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Viersen
Viersen und Venlo profitierten von der Zugverbindung

Viersen. Die Städte Viersen und Venlo hätten sich ohne die Eisenbahn niemals so stark entwickelt. Die Viersener Textilindustrie erstarkte dank der Infrastruktur im Land zwischen Rhein und Maas mit Verbindungen ins deutsche Hinterland und bis zu den Nordseehäfen.

Die alte Festungsstadt Venlo aber wuchs nun endgültig über ihre Mauern hinaus: Sie war Knotenpunkt mehrerer Bahnstrecken. Nicht nur die beiden Linien nach Kaldenkirchen führten nach Preußen, es gab ab 1874 auch die Bahnlinie in Richtung Wesel und Haltern bis nach Hamburg, wo sie im Venloer Bahnhof endete. Ursprünglich hatten die Franzosen eine Verbindung von Paris über Hamburg nach Skandinavien geplant. Als durchgehende Strecke kam sie aber nie zustande. In Venlo befand sich der Bahnhof im heutigen Julianapark (Limburgs Museum/Museum van Bommel-Van Dam). Ins eigene Hinterland führten Bahnverbindungen nach Nijmegen und Roermond sowie in Richtung Eindhoven.

Die Venloer Gemüsebauern hatten schnelle und für die Frische der Ware eminent wichtige Verbindungen in die Städte an Rhein und Ruhr. Die von Deutschland exportierten Waren wurden in Venlo aufgenommen und dort auf die Zielorte oder die Häfen verteilt. Hunderte Deutsche arbeiteten bald für die Bahngesellschaften, den Zoll und Handelsunternehmen in der Stadt. Es bildete sich eine große Kolonie mit eigenen Bildungs- und Kultureinrichtungen. Der 5. November 1866 war für den Raum zwischen Viersen und Venlo der Tag, an dem sie an die Welt angeschlossen wurden. Er soll 2016 angemessen gefeiert werden.

(lp)
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