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Viersen
Viersener helfen ihrer Partnerstadt

Viersen. Der Verein "Freunde von Kanew" bringt Anfang März Hilfsgüter in die Ukraine. Insbesondere Medikamente fehlen. Von Bianca Treffer

Für viele Menschen in der Ukraine ist die Stadt Kanew eine außergewöhnliche Stadt. "Es kommen immer wieder Delegationen aus anderen Städten angereist, die sich die zahlreichen Projekte anschauen, die wir aus Viersen dort ins Leben gerufen haben und weiterhin begleiten", berichtet Fritz Meies. Darüber freut sich der erste Vorsitzende des Vereins "Freunde von Kanew" aus Viersen sehr. Die jahrelange Arbeit, die dank der fortwährenden Unterstützung vieler Menschen aus Viersen und Umgebung möglich ist, beeindruckt auch die Menschen in der Ukraine nachhaltig.

Ein Vorzeigeprojekt ist das Rehazentrum für insgesamt behinderte Kinder: 132 Mädchen und Jungen werden dort von fünf Fachkräften betreut. Drei Mitarbeiter finanziert der Verein, die übrigen beiden bezahlt die Stadt Kanew selbst. Fritz Meies lobt die Bereitschaft der Stadt Kanew, sich für dieses Vorhaben zu engagieren. "Mittlerweile bringen sich auch wohlhabende Kanewer Bürger ein. Sie identifizieren sich mit den Projekten", sagt der Vereinsvorsitzende zufrieden.

Stolz ist Meies auch auf die Tagesklinik, die in einem Neubau am Krankenhaus untergebracht ist. Die Klinik wurde mit Möbeln ausgerüstet, die in Kanew hergestellt wurden. Die Aktion wurde möglich durch eine Spende, die aus Viersen kam. Derzeit gibt es Planungen für eine zweite Tagesklinik, die am Rande der Stadt in einem ungenutzten Kindergarten entstehen soll. "In dieser Gegend wohnen viele alte Menschen, die ansonsten keinen Arzt aufsuchen können. Das neue Zentrum für Familienmedizin werden sie alle fußläufig erreichen können", berichtet der Viersener. Der Umbau kostet insgesamt rund 12.000 Euro. Ein Drittel trägt der Verein "Freunde von Kanew", ein Drittel die Stadt Kanew. Ein armenischer Freund von Fritz Meies, der in der Ukraine ein Straßenbauunternehmen betreibt, übernimmt die verbleibenden Kosten für das neue Zentrum.

Die Möbel für das neue Projekt hat Meies indes schon organisiert. Erfreut ist der Vorsitzende darüber, dass das Krankenhaus in der Partnerstadt jetzt mit 26 hydraulische Betten mit abwaschbaren Matratzen sowie Stahlkinderbetten ausgestattet ist. Erstere kommen aus einem Gummersbacher Krankenhaus, letztere aus einer Neuwerker Einrichtung. "Das Krankenhaus hat inzwischen ein hohes Niveau erreicht", sagt Meies .

Dank einer Spenden von Farben, die Viersen auf einem Transport in die ukrainische Partnerstadt schickte, konnten dort inzwischen zwei Schulen und vier Kindergärten gestrichen werden. "Die Gebäude hatten bestimmt seit 30 Jahren keine Farbe mehr gesehen", so Meies. Von der Stadt Viersen hat der Vorsitzende Tische und Stühle für ein Klassenzimmer der Schule III bekommen. Sie sollen mit dem nächsten geplanten Transport nach Kanew gebracht werden. 184 Schüler lernen dort, 130 von ihnen lernen Deutsch. De Viersener erklärt: "Mit der Schuleinrichtung möchten sich die Schüler einen deutschen Lehrraum einrichten. Aktuell sitzt man dort noch an Tischen, an denen es Tintenfässer gibt."

Der nächste Transport in die Viersener Partnerstadt ist bereits terminiert; er wird Anfang März starten. Dafür sammelt der Verein noch Spenden.

Auch Medikamente könnten dazu gehören: Kürzlich gab es in Kanew eine Grippewelle - Schulen, Kindergärten und weitere öffentliche Einrichtungen waren drei Wochen lang geschlossen. Der Vereinsvorsitzende suche derzeit das Gespräch mit dem Tönisvorster Medikamentenhilfswerk Action medeor, um eine Lösung für solche Fälle zu finden, wie er erklärt: "Es gab kaum Medikamente in Kanew. Und die vorhandenen waren derart teuer, dass sie sich nahezu niemand leisten konnte."

Quelle: RP
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