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Viersen
Viersener im Einsatz für West-Afrika

Viersen: Viersener im Einsatz für West-Afrika
Die Kinder begrüßen die Besucher aus Viersen, die sich selbst ein Bild von den unterstützen Projekten in West-Afrika machen wollten. FOTO: AWA
Viersen. Dank großer Unterstützung und einem guten Netzwerk kann die Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika auf erfolgreiche Hilfsprojekte blicken. Die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert. Von Bianca Treffer

"Es war die anstrengendste Reise, die wir bislang gemacht haben", fasst Marina Hammes die aktuelle Betreuungsreise zusammen, die sie als Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA) gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden, Katja Poxleitner-Beckers, und Willi Bökers für drei Wochen nach Togo und Benin führte - trotz Ebola. Denn laut Botschaft und der Mitarbeiter vor Ort hatte es in Togo keinen einzigen Ebola-Fall gegeben, und da in den meisten betroffenen Ländern die Ansteckungsgefahr rückläufig war, entschlossen sich Hammes, Poxleitner-Beckers und Bökers zu reisen.

"Wir haben zwar gute Mitarbeiter in Afrika, aber dennoch ist es uns immer wichtig, die Patenkinder und die einzelnen Projekte selber zu besuchen um uns vom Stand der Dinge zu überzeugen sowie mitzuhelfen, den Inhalt unserer beiden Container zu verteilen", erklärt Hammes. Die bis ins Detail geplante Reise musste allerdings am ersten Tag bereits geändert werden, denn das Containerschiff verspätete sich um eine ganze Woche und die zuerst geplante Verteilung des Inhalts konnte nicht stattfinden.

Das Dreierteam startete darum mit dem Besuch der neuen Schule, die von Mars gesponsert wurde. Kinder, verteilt auf eine erste und zweite Klasse, werden dort gemeinsam unterrichtet, da es an Lehrern fehlt. "Wir errichten Schulen in den Dörfern, um Kindern dort die Möglichkeit der Schulbildung zu geben. Allerdings wollen viele Lehrer nach ihrem Studium nicht mehr in die Dörfer zurück", sagt Poxleitner-Beckers zu den Gründen.

Anschließend ging es in die von der AWA unterstützten Schreinerei. Die Probleme dort - Lehrlinge brachen ihre Ausbildung ab - sind gelöst worden. Der frühere, sehr autoritäre Schreinermeister wurde ersetzt, und die Modalitäten der Azubis wurden geändert. "In Afrika ist es üblich, ein Lehrgeld zu bezahlen. Wir haben dies nicht gemacht. Aber was nichts kostet, wird anscheinend nicht wertgeschätzt. Jetzt müssen die Lehrlinge 40 Euro pro Jahr bezahlen. Wir legen das Geld an, und am Ende der Lehrzeit ist es das Startkapital für den Gesellen", informiert Hammes.

Die Krankenstation in Monsourou hat ihre Arbeit aufgenommen. Die Medikamente, das Verbandsmaterial als auch die Reinigungs- und Desinfektionsmittel aus Deutschland wurden sehnsüchtig erwartet. Erfreut waren die drei Besucher, über die gute Annahme der Station. Mütter mit Säuglingen waren zum Impfen gekommen, und Schwangere warteten auf ihre Untersuchungen. Bei den Patenkindern herrschte Freude über die mitgebrachten Pakete und es gab zahlreiche Briefe für die Pateneltern, die der Besuch mitnahm. Für die drei Viersener bedeutete die Fahrt lange Reisen über staubige und unzulängliche Pisten, um die Hilfsprojekte zu besuchen, einen 40 Fuß großen Container mit auszuräumen und Temperaturen von bis zu 41 Grad zu trotzen. Stolz ist die AWA, dass mittlerweile zehn junge Menschen mit Hilfe der Patengelder studieren. Wobei sie genauso wie die schulpflichtigen Patenkinder, die ihre Zeugnisse vorlegen, die entsprechenden Studiennachweise vorzeigen müssen.

Hammes hob das gut funktionierende Netzwerk hervor, das im Laufe der Jahre aufgebaut wurde sowie den Einsatz zahlreicher Menschen und Institutionen - ob es Personen, Schulen, Städte oder Firmen sind. Ohne deren geleistete Hilfe wäre die Arbeit der AWA nicht möglich. Sie alle tragen dazu bei, dass Menschen in ihrem Heimatland eine Chance erhalten, sich ein gutes Leben aufzubauen.

Quelle: RP
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