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Viersen
Viersener Junkie muss in Entziehungsanstalt

Viersen. Drei Jahre und fünf Monate muss ein 33-jähriger Mann aus Viersen in Haft - wegen Erpressung, Diebstahl und unerlaubtem Erwerb von Heroin in 20 Fällen. Zudem ordnete die Zweite Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts gestern die Unterbringung des chronisch drogenkranken Mannes in einer Entziehungsanstalt an. Von Ingrid Krüger

Mit dem Urteil blieb das Gericht nur leicht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten gefordert - und ebenfalls für die Unterbringung in einer Entziehungseinrichtung plädiert. Bereits zu Beginn des Prozesses hatte der Angeklagte ein umfangreiches Geständnis abgelegt.

Ein psychiatrischer Sachverständiger attestierte dem vierfachen Vater einen Hang zu Suchtmitteln. Im Prozess schilderte der Gutachter die jahrelange Drogenkarriere des 33-Jährigen. Er habe bereits als 14-Jähriger angefangen, konstant Alkohol zu konsumieren. Später kamen unter anderem Cannabis und Heroin dazu. Der Sachverständige empfahl, ihn in einer Entziehungsanstalt unterzubringen. Der Angeklagte zeigte sich therapiebereit. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen versuchten schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, Erpressung, Diebstahl und unerlaubten Erwerb von Heroin in 20 Fällen gegen ihn ermittelt.

So hatte der Junkie im Januar 2014 von einem ebenfalls heroinabhängigen Mann verlangt, ihm gratis Heroin zu überlassen - sonst würde er dessen Arbeitgeber über seine Heroinsucht informieren. Im Februar 2014 leerte er mit einem Bekannten ein paar Flaschen Bier. Unbemerkt füllte er in dessen Bier Diazepam. Der Andere sollte das Bewusstsein verlieren und dem Viersener einen Diebstahl ermöglichen. So geschah es dann auch. Der 53-Jährige kam zu sich. "Mein Portemonnaie war weg", erinnerte sich der Mann im Gerichtssaal. 270 Euro soll der Angeklagte damals mitgenommen haben.

Im Februar 2015 nahm der 33-Jährige in einem Supermarkt in Mönchengladbach einen Druckluftschleifer im Wert von 14,99 Euro aus dem Regal und versteckte ihn unter seinem Pullover. Der Diebstahl fiel erst auf dem Parkplatz auf, als er von einer Mitarbeiterin angesprochen wurde.

Quelle: RP
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