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Viersen
Viersener müssen mehr für Wasser zahlen

Viersen. Nach der Ablehnung eines neuen Wasserpreismodells im Rat entscheidet der NEW-Aufsichtsrat Von Daniela Buschkamp

Wasser wird teurer - das steht für die Viersener Kunden der NEW fest. Wie hoch die Preiserhöhung ausfallen wird, wird der Aufsichtsrats aber erst in seiner Sitzung am 6. Juni entscheiden.

NEW-Vorstand Frank Kindervatter hatte in der jüngsten Sitzung des Viersener Stadtrats um Zustimmung für ein neues Wasserpreismodell geworben - und erhielt dafür eine Abfuhr.

Warum die NEW in Viersen nach vier Jahren erneut den Wasserpreis erhöhen will, begründetet Kindervatter unter anderem mit dem kontinuierlich sinkenden Verbrauch: Von 1990 bis 2014 ging er in Viersen und in der Nachbarstadt Mönchengladbach um 24 Prozent zurück. Die Folge: Die Erlöse der Wassersparte würden die Kosten nicht mehr decken. Ein weiteres Problem: Die Kanäle trocknen aus und müssen regelmäßig gespült werden.

Nach Einschätzung der NEW passe die aktuelle Tarifstruktur mit einem Grundpreis von elf Prozent und einen Arbeitspreis von 89 Prozent nicht mehr. Stattdessen sollten die Fixkosten für Abnehmer bei 80 Prozent liegen, dazu sollten variable Kosten in Höhe von 20 Prozent kommen. So könnten rund 50 Prozent der Kosten durch fixe Erlöse kompensiert werden. Die Kosten seien etwa dadurch hoch, dass die NEW in die Wasserqualität investieren müsse. Nach diesem Entwurf hätte die monatliche Kostenerhöhung für Singles mit einem Verbrauch von 40 Kubikmeter bei 6,10 Euro gelegen, Familien, die 140 Kubikmeter verbraucht hätten, hätten aber nur 70 Cent pro Monat mehr bezahlen müssen.

Michael Lambertz erklärte etwa für die SPD: "Der arme Rentner bezahlt das Wasser für den Poolbesitzer. Das ist der falsche Ansatz und nicht vertretbar." Norbert Dohmen lehnte für die Bündnisgrünen eine "Flatrate auf das wichtigste Lebensmittel" ab. Hans-Willi Pertenbreiter (FürVie) kritisierte, dass "Sparer bestraft werden". Jürgen Moers warb für die Christdemokraten für das neue Modell: "Ein gutes Produkt hat auch seinen Preis". Bei 22 Enthaltungen aus den Reihen der CDU lehnten die Ratsmitglieder das neue Wasserpreismodell ab.

Quelle: RP
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