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Nach Diebstahl
Viersener Pfarrer warnt Kirchgänger vor Dieben

Nach Diebstahl: Viersener Pfarrer warnt Kirchgänger vor Dieben
Pfarrer Thorsten Aymanns zeigt sein leeres Portemonnaie. Diebe schlichen in die Sakristei von St. Michael und entwendeten Geld und Handy. FOTO: Busch
Schwalmtal. Pfarrer Thorsten Aymanns wurde während der Erstkommunionfeier in St. Michael Opfer von Dieben. Unbekannte stahlen ihm Geldbörse und Handy. Er zog daraus die Konsequenzen und warnt die Kirchenbesucher: "Passen Sie auf, wenn Sie in die Kirche gehen." Von Daniela Buschkamp

Das Gebot "Du sollst nicht stehlen" ließen Diebe in Schwalmtal vollkommen außer acht. Mehr noch: Sie wählten nicht nur die drei Gotteshäuser St. Anton, St. Michael und St. Jakob für ihre Beutezüge aus, sondern machten auch vor Pfarrer Thorsten Aymanns nicht Halt. Der 45-jährige Gottesmann wurde während der Kommunionsfeier um Geldbörse und Handy gebracht. Aymanns hat daraus eine Lehre gezogen und mahnt jetzt die Kirchgänger zur Vorsicht.

Seit 14 Jahren betreut Aymanns die katholische Pfarrei St. Matthias. Doch wiederholte Diebstähle gab es in dieser Zeit nicht. Nie hätte er sich träumen lassen, dass Diebe in die Sakristei schleichen, kaum hätte er erwartet, selbst bestohlen zu werden - und das, während Kommunionskinder aufgeregt durch die Kirche laufen, Familien in Feststimmung sind, Fotos von einem unvergesslichen Tag gemacht werden.

Handy und Geldbörse aus Sakristei gestohlen

Auch Thorsten Aymanns wird diesen Tag so schnell nicht vergessen: "Die Kinder zogen aus St. Michael aus, alle liefen durcheinander, die Gruppenfotos sollten noch gemacht werden", schildert der Pfarrer. Er selbst wollte nicht gegen den Strom laufen, wählte deshalb den Weg durch die unverschlossene Sakristei. Dort lagen nicht nur sein Geldbeutel und Handy, sondern auch beides von einer Mitarbeiterin. Doch beides wurde gestohlen. "An einem solchen Tag schließt man die Sakristei nicht ab", sagt der Pfarrer. Er zeigte den Diebstahl der Gegenstände bei der Kreispolizeibehörde an.

Dies bestätigt eine Sprecherin der Kreispolizei. Eine Anzeige gab es auch für einen weiteren Vorfall am 22. April in St. Jakobus: Bei Vorbereitungen in der Kirche war eine Handtasche in der Kirchenbank deponiert worden - wie die Besitzerin später feststellte, fehlte eine Scheckkarte. Auch dieses Opfer erstattete Anzeige bei der Polizei. Dies ist vorläufig der letzte Fall in einer Diebstahl-Serie in Kirchen, die bereits am 9. April begonnen hatte: Während der Erstkommunionfeier in St. Anton verschwand Geld aus der Kollekte. "Die Körbe stehen nach der Sammlung zunächst offen; wir sind sicher, dass dort jemand Geld entwendet hat", schildert Thorsten Aymanns.

Kein Einzelfall

Zu den angezeigten Diebstählen hat die Polizei bisher keinerlei Hinweise auf Tatverdächtige sammeln können. "Kirchen sind im Kreis Viersen nur vereinzelt Tatorte, es gibt keine Häufungen von Diebstählen", sagt Antje Heymanns gegenüber unserer Redaktion. Zuletzt waren an zwei Kirchen in Viersen und an einer in Brüggen Regenrinnen entwendet worden, auch eine Tönisvorster Kirche wurde von Einbrechern heimgesucht.

Die Polizei rät generell - etwa nach Bankbesuchen oder bei Menschenmassen wie auf Weihnachtsmärkten - zur Vorsicht. Thorsten Aymanns nach den jüngsten Erfahrungen auch. Er weist Gottesdienstbesucher darauf hin, Taschen nicht in der Kirchenbank zurückzulassen, wenn sie zur heiligen Kommunion gehen. Ob die Täter aus Schwalmtal kommen oder einfach unbeobachtete Momente genutzt haben, darüber kann Aymanns nur spekulieren. Er hofft, dass er dies nicht bald wieder tun muss.

Quelle: RP
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