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Viersen
Viersener soll 15-Jährige für Sex bezahlt haben

Viersen. Das Krefelder Jugendschöffengericht hat einen Mann aus Viersen wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt. Der 36-Jährige soll eine 15-Jährige für sexuelle Handlungen bezahlt haben. Drei der ursprünglich fünf Fälle wurden eingestellt.

Dass es Sexualkontakte gab, räumte der Angeklagte ein. Aber er bestritt, dafür bezahlt zu haben, zudem habe die Schülerin ihm gesagt, sie sei schon 17. Der Mann berichtete, er habe sie über das Internet kennengelernt, als er nach der Trennung von seiner Ehefrau auf der Suche nach einer Putzhilfe gewesen sei. Nach ersten Treffen, bei denen lediglich Gespräche stattgefunden hätten, seien die beiden sich näher gekommen. Es sei ein großer Unterschied, ob die damals 15-Jährige das freiwillig tat oder nur im Hinblick auf eine versprochene Entlohnung, sagte die Staatsanwältin, denn Jugendliche mit Geld zu Liebesdiensten zu bringen, ist strafbar.

Die heute 17-Jährige hatte angegeben, nach den Treffen Geld erhalten zu haben. Laut dem Verteidiger habe sein Mandant ihr Bahn- und Taxifahrten sowie eine Handykarte bezahlt. Kleidung habe er für sie allerdings erst Tage später und ohne Gegenleistung gekauft. Aufgefallen war alles, weil sie damals von ihrer Mutter als vermisst gemeldet wurde. Unter dem Bett ihrer Tochter hatte diese eine handgeschriebene Preisliste für Liebesdienste mit mehreren Namen und den Kontaktdaten des Angeklagten gefunden.

Der Verteidiger hatte zunächst eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage angeregt. Die Anwältin der 17-Jährigen hielt dem entgegen: Die Rolle des Freundes und Zuhörers, in die der Angeklagte sich sehe, könne sie nicht nachvollziehen. Die Staatsanwältin hatte einen Freispruch beantragt.

(bl)
 
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