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Viersen
Viersener streitet Drogenhandel ab

Viersen. Wie ein Päckchen Kokain in seinen Küchenschrank gelangen konnte, musste ein Viersener (38) vor Gericht erklären. Ihm wird Drogenhandel vorgeworfen

Am gestrigen zweiten Verhandlungstag hat ein wegen Kokainhandels angeklagter Mann aus Viersen die Vorwürfe bestritten. Laut Anklage soll er 1,5 Kilogramm Kokain besessen und zum Teil verkauft haben.

Die übrigen 300 Gramm, die bei einer Durchsuchung in der Wohnung sichergestellt wurden, habe er zufällig dort gefunden, sagte der 38-Jährige. Das Kokain müsse ein Freund dort deponiert haben. Als er das Päckchen im Frühjahr zufällig in der Abstellkammer in einer Wäschetonne fand, habe er es dummerweise nicht zur Polizei gebracht, sondern in einen Küchenschrank gelegt. Der Mann beteuerte, dass die gleichfalls sichergestellten 4250 Euro keinesfalls Drogengeld seien. "Das ist meine komplette Ersparnis", erklärte er dem Richter. Der wollte genau wissen, wie jemand, der vom Amt lebt und nur stundenweise arbeitet, an so viel Geld kommt. Er lebe sparsam und habe gearbeitet, gab der Viersener an. Warum das Geld zwischen Büchern versteckt war und nicht auf der Bank, konnte er nicht sagen.

Fragen stellte der Richter auch zu einer Reise nach Paraguay, die der Mann 2015 gemacht hatte. Auch dort gebe es keine Hintergründe, die mit Drogen zu tun haben, sagte der Angeklagte. Er habe bei dem Onkel eines Freundes kostenlos Urlaub gemacht. Ein Zeuge (43), der mit dem Ankauf von 1,2 Kilogramm Kokain zu tun haben soll, sagte aus. Er und ein weiterer Mann waren im Dezember mit Kokain auf dem Weg nach Österreich aufgegriffen worden. Es habe ein Treffen mit dem Angeklagten und zwei Personen gegeben, bestätigte der 43-Jährige. Man habe sich in Mülheim in einem Hähnchengrill getroffen. Über Kokain sei am Tisch nicht geredet worden. Allerdings habe sich der Angeklagte später mit den anderen Männern entfernt und geredet. Worum es ging, habe er nicht gehört. Dass der Angeklagte, wie er behauptete, nicht am Gespräch beteiligt war, sei falsch. Der Viersener ist bereits vorbestraft, etwa wegen Nötigung von Polizeibeamten und Betrugs.

Die Verhandlung wird fortgesetzt.

(BL)
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