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Niederkrüchten
Volles Haus beim "Nammedaach en Plott"

Niederkrüchten. Mundartfreunde trafen sich auf Einladung des Heimat- und Kulturvereins im Saal Lücker. Von Wiltrud Wolters

Es sind Geschichten aus dem Leben in "Krööchte". Oft lustig und manchmal auch ernst. Seit Jahren begeistert "ene Nammedaach en Plott" die Niederkrüchtener Mundartfreunde. Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn sind die meisten Plätze besetzt.

Im proppenvollen Saal der Gaststätte Lücker drängen sich 101 Gäste bei Kaffee und Kuchen, um den Anekdoten von Christine Bors, Trude Götz, Margret Peters, Karl-Heinz Achten und Hermann Böken vom Arbeitskreis Mundart des Heimat- und Kulturvereins Niederkrüchten (HKV) sowie Josef Peters vom Heimatverein in Waldniel zu lauschen. Sie kommen voll auf ihre Kosten, denn erstmals untermalen die Referenten einige Vorträge mit Bildern aus dem reichhaltigen Archiv des HKV.

So beispielsweise Hermann Böken, der unter dem Titel "Möt Krööchte jeet et bärichaaf" unter anderem beleuchtet, wie viele Kneipen und Gaststätten in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Ortsbild verschwunden sind. 17 Vorträge ganz unterschiedlicher Art hat der Arbeitskreis zusammengestellt. Christine Bors greift dabei das eher ernste Thema "Och vöör woare Flüchtlinge" auf. Viel Applaus erntet auch Josef Peters für seinen Gastvortrag "Aa Lüü on Pelle". Trude Götz beschäftigt sich mit "Tsint Meärte" oder dem "Wainachtsjäld". Margret Peters, die einige Stücke des Altmeisters Hubert Ramakers zum Besten gab, erläutert unter anderem das "Botter enmaake".

Karl-Heinz Achten, den der HKV zur im kommenden Jahr anstehenden Auszeichnung mit dem Rheinlandtaler beglückwünscht, berichtet unter anderem von den "Kruenekraane" und vom "Buukmoon". Im Saal brandet immer wieder Gelächter auf, denn die Geschichten gehen zwar auf einen wahren Kern zurück, sind aber oftmals gewürzt mit herrlichen Übertreibungen und wunderbarem Wortwitz. "Wir brauchen eine Idee, wie bei "di brönstije Sau" oder "der Heär von Riit", die uns die Menschen erzählen und dann schreiben wir die Texte selbst", berichtet Böken. Dabei fließen die Worte direkt in der Mundart aus der Feder. "Das ist so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich manchmal im Hochdeutschen Fehler mache", sagt Böken.

Alle Vorträge nimmt Michael Robert auf Video auf. Er besucht die Veranstaltungen vieler Heimatvereine, um die Sprache zu vergleichen und zu analysieren. Seine Tochter Anna hatte er gleich mitgebracht - die Achtjährige spricht perfekt Platt. Zum Vormerken: Der nächste "Nammedaach en Plott" ist für den 20. November 2016 im Mühlrather Hof vorgesehen.

Quelle: RP
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