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Heimat-Tipp
Vom Niederrhein in die weite Welt

Viersen. Feines Leinen gehörte einst zum Schatz einer jeden Hausfrau. Wie der Stoff produziert und weiterverkauft wurde, zeigt eine neue Ausstellung im Textilmuseum Hinsbeck

Im Textilmuseum "Die Scheune" in Hinsbeck, Krickenbecker Allee 21, wird am Sonntag, 30. April, 11 Uhr, die Ausstellung "Leinen - vom Niederrhein über Haarlem in die weite Welt" eröffnet. Die Schau ist ein Beitrag des Textilmuseums zum Themenjahr "Unterwegs" des Museumsnetzwerkes Niederrhein. Gleichzeitig wird in der "Scheune" das Museumsjahr 2017 eröffnet.

Leinenstoffe in Form von Wäsche, Alltags- und Festtagskleidung oder auch als Tisch- und Bettwäsche gehörten in der Vergangenheit zum Schatz jeder niederrheinischen Hausfrau. Bereits als Aussteuer füllten sie Truhen und Schränke und schmückten später den eigenen Haushalt. Doch Leinen war nicht gleich Leinen: Möglichst fein gewebt und besonders weiß sollte der Stoff sein. Diese besondere "schneeige Helle" ließ sich zwischen 1500 und 1750 nur in der niederländischen Stadt Haarlem erzeugen. Streng bewacht wurden die Stoffe in den sogenannten Beuchhäusern behandelt und auf den Wiesen zum Trocknen ausgelegt.

Den Weg vom Niederrhein nach Haarlem fanden die Stoffbahnen durch die Krefelder Mennoniten, die die textilen Erzeugnisse der heimischen Handweber erwarben und zu Fuß und mit Kutschen in die Niederlande brachten. Von dort wurde es in alle Welt verkauft. So gelangte am Niederrhein gewebtes Leinen bis in die indischen Kolonien. Die Ausstellung zeichnet den Weg des Leinens von der Produktion bis zum Weiterverkauf des "Haarlemer Weiß" nach, beschreibt die Transportbedingungen und fragt auch nach der Rolle der Händler. Sie präsentiert spannende Reiseberichte und zahlreiche Objekte rund um Flachsanbau und Leinenhandel.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Juli sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen einen Euro Eintritt, für Kinder ist er frei. RP

Quelle: RP
 
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