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Viersen
Von der Libelle bis zum Airbus A330-332

Viersen: Von der Libelle bis zum Airbus A330-332
Claudia Kothen stellt bei der Lebenshilfe Bilder aus der Natur aus (hier eine Libelle), Marc Zünkler zeigt Fotografien, die er auf Flughäfen machte. FOTO: Kothen/Zünkler
Viersen. Claudia Kothen und Marc Zünkler zeigen in den Räumen der Lebenshilfe Viersen Fotografien aus Natur und Technik Von Sigrid Blomen-Radermacher

Was haben eine Libelle und ein Airbus A330-332 gemeinsam? Offenbar eine Menge! Viele Gelegenheiten, das fliegende Insekt mit dem fliegenden Transportmittel vergleichend zu studieren, erhalten die Besucher der Lebenshilfe Viersen an der Heimbachstraße 19a in der Ausstellung "Natur und Technik - Eine Photoausstellung mit dem besonderen Blick" mit Bildern von Claudia Kothen und Mark Zünkler.

Ein wenig verdankt sich diese Ausstellung auch der Tatsache, dass die Lebenshilfe seit bereits fünf Jahren an der Heimbachstraße ihr neues Zuhause gefunden hat. Aber vor allem ist es eine Möglichkeit, zwei Sichtweisen zu präsentieren, die so unterschiedliche Themen wie Natur und Technik in den Blick nehmen, aufeinander treffen und einander auf besondere Weise ergänzen.

Claudia Kothen hat in einer Lebenskrise zurück zu ihrer alten Liebe zur Natur und zur Fotografie gefunden. Seit mehr als zehn Jahren verbringt sie viel Zeit in der Natur, um versteckt lebende Tiere wie Käfer, Schmetterlinge und Libellen zu fotografieren. Die Bilder haben eine erstaunliche Wirkung: Das Insekt ist ganz nah und in großer Schärfe an den Betrachter herangerückt, während der Hintergrund wie eine aquarellierte Fläche verschwimmt.

Wenn Claudia Kothen gefragt wird, wie ihr als fotografische Autodidaktin diese technischen und kompositionell guten Fotografien, die nicht nachbearbeitet werden, gelingen, so sagt sie: "Mit größtem Respekt und Vorsicht." Sie wartet geduldig ab, bis sie das Foto machen kann. Verlässt auch mal den Ort, wenn sie das Gefühl hat, ein Eindringling zu sein. Die jeweiligen Fotografien bezeichnet Kothen nicht einfach nur mit einem Titel. Stattdessen formuliert sie einen kurzen sensiblen und poetischen Text dazu.

FOTO: Zünkler Marc

Marc Zünkler ist erst 17 Jahre alt. Vor etwa zwei Jahren kam er zur Flugzeugfotografie. Mit einem Freund besuchte er die Aussichtsplattform des Düsseldorfer Flughafens. Dieser Ausflug wurde zur Initialzündung: Der Flughafen mit seiner besonderen Atmosphäre und vor allem die beeindruckenden Flugzeuge haben Zünkler nicht mehr losgelassen. Die Aussichtsplattform des Flughafens besucht er nun regelmäßig - er und die bis zu 500 Flugzeugfotografen, darunter 50 Jugendliche wie Zünkler.

Sie treffen sich dort, fotografieren die Maschinen und tauschen sich aus. Mittlerweile sucht Zünkler auch den Frankfurter oder Amsterdamer Flughafen auf oder fotografiert in Sinsheim im Flughafenmuseum. Hier kann er ganz nah rangehen - was ihm auf dem Flughafen allein durch ein gutes Teleobjektiv gelingt.

Interessant, wenn asiatische Schriftzeichen zwischen den Fensterluken der Maschinen auftauchen oder ein Schriftzug wie "Wie lieben Fliegen". Die Fotografien bearbeitet Zünkler zu Hause am Rechner, bis sie farblich und formal so sind, wie er sie sich vorstellt.

Quelle: RP
 
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