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Nettetal-Quiz (6)
Von der Lilie über dem Turmportal zu einem Stierkopf an der Wand

Nettetal-Quiz (6): Von der Lilie über dem Turmportal zu einem Stierkopf an der Wand
Über dem Turmportal der Leuther Kirche ist eine Gleve angebracht. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Viersen. Der letzte Teil der Fotomotive aus den Stadtteilen kommt aus Kaldenkirchen.

Nettetal (lp) Als in den 1860er-Jahren in Leuth Pläne zum Bau einer neuen Kirche geschmiedet wurden, gab es auch die Absicht, den Kirchturm anzupassen. Die Gemeinde war größer geworden, so dass das alte Kirchenschiff nicht mehr ausreicht. Pfarrer Johann Peter Knippen, an den heute eine Straße im Dorf erinnert, vergab schließlich aber dann doch nur den Auftrag an Vinzenz Statz, den hoch angesehenen Baumeister aus Köln, ein größeres Kirchenschiff zu entwerfen und zu bauen. Leuths Pfarre St. Lambertus verzichtete darauf, den Turm so umzugestalten, dass er dem damaligen Zeitgeschmack der Neugotik entsprach. Es blieb bei einer eher bescheidenen Sanierung des Turms, der wohl aus dem 15. Jahrhundert stammt.

Das Dorf hatte keine Straßen mit Namen. Die Häuser wurden durchnummeriert. "Dorf 1" war - die Pfarrkirche St. Lambertus. Sie hat die Hausnummer am Turmportal bis heute, inzwischen als "Dorfstraße". Ursprünglich war Leuth einer Ansammlung größerer Hofstellen als Ergebnis von Rodungen. Locht und May sind solche Rodungen, der Namenszusatz "-rott" für Rodung ist irgendwann weggefallen. Zum Glück wurde verhindert, dass mit der kommunalen Neugliederung 1970 Unsinn bei der neuen Straßenbenennung entstand. Man wollte die Locht zur "Lochtstraße" machen, was heimathistorisch bewanderte Bürger damals verhinderten. Der nicht mehr existente Hampoel-Hof ist quasi der Ursprung des heutigen Dorfzentrums.

Zurück zur Pfarrkirche mit dem wehrhaften Turm: Das vorletzte Bilderrätsel der RP-Fotoserie ist also entschlüsselt. Übrigens: Es lohnt ein Blick auf die neugotische Spitze des Portals: Eine kleine Gleve, eine heraldische Lilie, die leider etwas beschädigt ist, schmückt die Spitze. Sie weist darauf hin, dass die Kirche mit Erlaubnis (und finanzieller Hilfe) der Grafen von Schaesberg errichtet worden war.

Das neue Rätsel

Das vorletzte Rätsel in der Serie um Fotomotive aus allen Stadtteilen hat einen handwerklichen Hintergrund. Es bleibt jetzt als Stadtteil nur noch Kaldenkirchen. Dort hängt an einem Haus ein Stierkopf. In welcher Straße steht das Haus und warum hängt dort dieser Kopf?

Die Rheinische Post verlost unter ausnahmslos allen Einsendern von Lösungsvorschlägen drei Bücher. Es handelt sich um Ausgaben der Heimat Edition der RP, ausgewählt haben wir den Titel "Der Niederrhein - Schauplatz europäischer Geschichte", das aus einer Artikelserie von Prof. Dr. Leo Peters für die RP entstanden ist.

Einsendungen mit Lösungsvorschlägen schicken Sie, bitte, an die E-Mail-Adresse

aktion.viersen@rheinische-post.de

Quelle: RP
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