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Viersen
Vor 40 Jahren eröffnete das Bad Ransberg

Viersen. Ellen Schumacher war 51 Jahre alt, als das Hallenbad in Dülken eröffnete. Heute hält sich die 91-Jährige durchs tägliche Schwimmen fit Von Ingrid Flocken

Als 1976 das Ransbergbad eröffnet wurde, wurde gleichzeitig das 1903 erbaute Kaiser-Friedrich-Bad an der Venloer Straße geschlossen. Die Dülkener freuten sich, endlich ein richtiges Sportzentrum rund ums Schwimmbad zu erhalten und stürmten das neue Bad. Mit dabei war auch Ellen Schumacher. Die heute 91-Jährige kam damals mit ihren vier Kindern, darunter ein behinderter Sohn, der im Ransbergbad unter Aufsicht schwimmen lernte. Ellen Schumacher besuchte zuvor nur das Kaiserbad, das frühere Freibad an der Dülkener Straße in Viersen. "Ich war froh, mit meinen Kindern in ein geschlossenes Bad gehen zu können", erzählt sie. Doch der Ansturm sei so groß gewesen, dass die hundert Spinde nicht ausreichten und die Badegäste Schlange standen, um sich endlich umziehen zu können. "Wir waren so viele, dass es im Wasser oft nur noch Stehplätze gab, wir konnten gar nicht schwimmen." Ellen Schumacher erinnert sich noch gut an die erste Zeit, als vor allem viele Frauen kamen, die damals nicht arbeiteten: "Heute gehen die meisten arbeiten, da haben sie keine Zeit mehr fürs Schwimmen."

Sie bekam auch mit, dass die Leitung des Bades viele Spinde einfach halbierte, um mehr Gästen gerecht zu werden. Doch das änderte sich bald. "Als die Frauen arbeiten gingen, die Kinder auch nachmittags Unterricht hatten und auch andere Sportarten wie Tennis oder Fußball das Schwimmen verdrängten, da kamen immer weniger Gäste."

Und noch etwas sieht Ellen Schumacher als eine Hemmschwelle, das Bad zu besuchen: "Ich zahlte früher 80 D-Mark für eine Jahreskarte und konnte so oft schwimmen gehen, wie ich wollte. Heute kostet ein Besuch fünf Euro." Trotzdem genießt sie das tägliche Schwimmtraining: "Das hält mich fit, anderen Sport kann ich ja nicht mehr betreiben."

Stefan Brandes, der stellvertretende Betriebsleiter des Ransbergbades, unterstreicht: "Vor allem die älteren Badegäste kommen gerne morgens, wenn es ruhig ist und sie ihre Bahnen ziehen können." Er kennt sie alle, und "wir kennen uns auch alle", so Ellen Schumacher, die die frühe Stunde nutzt, weil sie nicht mehr so gut schlafen kann. Sehr zufrieden ist sie, dass sie am morgigen Samstag, wenn das Ransbergbad sein 40-jähriges Bestehen feiert, trotzdem am frühen Morgen schwimmen kommen kann.

Quelle: RP
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