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Viersen
Wandern unterm Blätterdach

Viersen. Rainer Koppe joggt und wandert regelmäßig über die Süchtelner Höhen. Seine Lieblingsstrecke führt über breite Wege und schmale Pfade, vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten. Jetzt hat er sie als GPS-Trail veröffentlicht. Von Nadine Fischer

Zwei- bis dreimal in der Woche ist Rainer Koppe am Hohen Busch und auf den Süchtelner Höhen unterwegs. "Ich ziehe mich schon im Büro um, dann fahre ich zur Bismarckstraße und laufe ab da meine Runde", erzählt der 56-Jährige. Koppe arbeitet beim Niersverband in Viersen als Verwaltungsangestellter. Der Sport ist sein Ausgleich zum Büroalltag. "Bis vor 17 Jahren war ich Langstreckenläufer", sagt er. Bei Marathons in New York, London und Berlin sei er gestartet, "aber dann hat man plötzlich ein Baby, baut ein Haus und für die Langstrecke fehlt die Zeit". Stattdessen joggte der gebürtige Lobbericher zweimal pro Woche über Viersens Straße - bis er sich vor drei Jahren an den Knien operieren lassen musste. Seitdem meidet er den Asphalt, läuft lieber über den weichen Waldboden am Hohen Busch und auf den Süchtelner Höhen. "Ich habe eine ganz individuelle Strecke", sagt er. Jetzt hat der Familienvater den Rundkurs über 7,5 Kilometer als GPS-Trail im Internet und in einer App veröffentlicht.

Im Sauerland und in der Eifel ist Koppe selbst schon GPS-Trails anderer Wanderer abgegangen. Auch im Naturpark-Schwalm-Nette folgte er bereits verschiedenen Routen, über die ihn seine Smartphone-App leitete. Damit das funktioniert, muss er nur in den Einstellungen seines Telefons die GPS-Ortung aktivieren. "Für Viersen habe ich keinen GPS-Trail gefunden", sagt Koppe - also legte er selbst einen an. Das sei sehr einfach, erklärt er. Als er mal wieder über seine Lieblingsstrecke joggen wollte, drückte er kurz hinter der Bismarckstraße in seiner Smartphone-App auf den Startknopf, bei seiner Rückkehr drückte er auf Stopp. Unterwegs zeichnete die App mittels GPS-Signal den Streckenverlauf auf.

"Mittlerweile kenne ich auf den Süchtelner Höhen jeden Weg", sagt Koppe, der mit seiner Frau und zwei Söhnen in Helenabrunn wohnt. Dennoch sei es nicht langweilig, dort fast alle zwei Tage zu joggen: "Mir gefällt besonders, dass es dort bergauf und bergab geht, und man läuft komplett unter einem Blätterdach." Selbst, wenn es im Sommer sehr heiß sei, lasse es sich dort gut aushalten. Es gebe natürlich auch einige ausgeschilderte Routen über die Süchtelner Höhen und den Hohen Busch, sagt Koppe. Aber sein GPS-Trail führe auch mal abseits der großen Wege durch den Wald, "über schmale Pfade". Allzu anspruchsvoll sei die Strecke nicht: "Sie ist durchaus auch für Familien geeignet, man muss keine steilen Abhänge hochklettern."

Am Bismarckturm und der Irmgardiskapelle, am Kletterwald und dem Wildgehege lotst Koppe auf seinem Trail Jogger und Spaziergänger vorbei. Unterwegs können sie einen Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten machen, Minigolf spielen oder über zwischen Bäumen gespannte Seile balancieren. Das GPS-Signal leitet sie danach wieder auf die Strecke.

Der Trail über den Hohen Busch und die Süchtelner Höhen ist Koppes erste Route, die er im Internet und in der App veröffentlicht hat. "Dabei bleibt es auch erst einmal", sagt er. "Man muss sich schon sehr gut in einer Region auskennen, um einen interessanten Trail aufzeichnen zu können", ergänzt der ehemalige Straßenläufer, der früher häufig bei Rennen für den LC Nettetal gestartet ist.

Wenn er irgendwann doch einen weiteren Trail aufzeichnet, dann sei das vermutlich einer in Nettetal, sagt Koppe. Das eile aber nicht, denn: "Da gibt es ja schon GPS-Trails."

Quelle: RP
 
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