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Viersen
Was Katholiken zur Prozession brauchen

Viersen: Was Katholiken zur Prozession brauchen
Das Velum ist eine Art Schultertuch, das der Pfarrer über seinem normalen Messgewand trägt. Mit den Taschen des Velums hält er die Monstranz. Das Velum sorgt dafür, dass die Monstranz nicht mit den bloßen Händen berührt wird - ein Zeichen der Ehrfurcht vor dem "Allerheiligsten". FOTO: Franz Heinrich Busch
Viersen. Die Fronleichnamsprozession heute ist eine Demonstration des christlichen Glaubens. Katholiken feiern die leibliche Gegenwart von Jesus Christus in der Eucharistie. Pfarrer Helmut Finzel stellt die wichtigsten Gegenstände vor Von Isabelle Kessel

Fronleichnam ist für viele Viersener ein willkommener Feiertag, um den Alltagsstress für einen zusätzlichen Wochentag hinter sich zu lassen. Für viele Katholiken aber ist dieser Tag mehr als besonders. Denn heute wird an die leibliche Gegenwart von Jesus Christus erinnert.

Traditionell zieht aus diesem Anlass eine Fronleichnamsprozession durch die Stadt und symbolisiert, dass Jesus Christus allgegenwärtig ist. Allerdings ist das Interesse an der Prozession in den letzten Jahrzehnten gesunken, weiß Pfarrer Helmut Finzel (34) von der katholischen Pfarrgemeinde St. Remigius zu berichten. Noch vor 50 Jahren habe es ganz anders ausgesehen. "Damals war es ein Fest, das die gesamte Stadt bewegt hat. Die Straßen waren geschmückt, und die Beteiligung war hoch. Heute wissen viele Leute gar nicht mehr, wieso es diese Prozession gibt und schauen verdutzt, wenn wir durch die Straßen ziehen", sagt er. Nur noch wenige Häuser würden noch geschmückt, und es seien vor allem Pfarrmitglieder, die aktiv an der Prozession teilnehmen. "Dabei ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen, den Glauben öffentlich zu leben und sich nicht zu verstecken. Das ist auch ein Grund, weshalb die Messe im Freien stattfindet", sagt Finzel. Durch das angekündigte schöne Wetter - 23 Grad! - könnten viele Menschen dabei sein, Finzel hofft "auf rund 500 Menschen, die an der Fronleichnamsprozession teilnehmen werden. Das wäre toll", meint er. Eine Selbstverständlichkeit sei das leider nicht mehr.

Dass Fronleichnam immer auf einen Donnerstag fällt, ist übrigens gewollt: "Der Tag soll an Gründonnerstag erinnern, den Gedenktag des letzten Abendmahls" , erklärt Finzel.

Ein wichtiger Bestandteil der Prozession ist dabei die goldene Monstranz, "ein Zeiggerät, mit dem man den Gläubigen das gewandelte Brot, das den Leib Christi symbolisiert, zeigt. Es soll bewusst werden, dass Jesus Christus in der Eucharistie gegenwärtig ist. Das soll uns unser Leben lang bewusst sein, deswegen gibt es einmal im Jahr eine öffentliche Prozession", erklärt Pfarrer Finzel. Der Gedanke, dass Jesus Christus allgegenwärtig ist, solle auch im Alltag bewusst sein.

Die Monstranz bildet dabei das Kernstück der Prozession. Sie wird von Pfarrer Finzel und weiteren Geistlichen abwechselnd getragen, denn ganz leicht ist sie nicht. "Wir haben die Monstranz aus St. Helena genommen, weil sie die leichteste ist. Sie ist über den gesamten Weg praktischer zu tragen als etwa große, schwere Monstranzen", erklärt Finzel.

Ein Stoffbaldachin, der den Himmel darstellen soll und als Schutz für die Monstranz gilt, wird heute von der Schützenbruderschaft getragen.

Die Monstranz fasst Finzel nicht mit bloßen Händen an, er hält sie stets durch die Taschen des so genannten Velums hoch - einem Schultertuch, das der Pfarrer über seinem normalen Messgewand trägt. Der Grund ist simpel, aber bedeutend: "Es ist ein Zeichen der Ehrfurcht, die Monstranz nicht mit bloßen Fingern zu tragen", berichtet Finzel.

Daneben setzt die Prozession aber auch ein Zeichen für das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Pfarrgemeinde. Finzel erläutert: "Es gibt eine gemeinsame Prozession für alle sieben Gemeinden, um deutlich zu machen, dass alle zur Prozession beitragen und zusammen gehören. Auch die Messdiener und Chöre kommen aus allen Gemeindeteilen."

Quelle: RP
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