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Brüggen
Wasserratten möchten friedlich feiern

Brüggen: Wasserratten möchten friedlich feiern
Hunderte bunt kostümierte Besucher säumen beim Nelkensamstagszug in Bracht den Straßenrand. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Brüggen. Unter dem Motto "900 Joar Braut - dat fiere wörr jeck on laut!" feiert Bracht am Nelkensamstag. Der Zug wird prachtvoll. Damit der Weg dorthin und nach Hause auch störungsfrei läuft, gibt es einige Neuerungen im Busverkehr. Von Heike Ahlen

Das Motto des diesjährigen Nelkensamstagszugs klingt vielversprechend: "900 Joar Braut - dat fiere wörr jeck on laut!" Noch ist die Liste der Zugteilnehmer nicht ganz komplett, aber bislang stehen 15 Wagen, 19 Fußgruppen und sieben Bagagewagen mit insgesamt rund 700 Teilnehmern darauf.

Je nach Wetterlage - und die ist in Bracht immer erstaunlich gut - werden 5.000 bis 10.000 Zuschauer erwartet. Nur hat sich in den vergangenen Jahren herauskristallisiert, dass es unter denen einen geringen Prozentsatz gibt, der nicht willens oder in der Lage ist, sich an Regeln zu halten.

Schäden zwischen 3.000 und 8.000 Euro an Bussen hatte Elmar von der Forst, Geschäftsführer der Firma Kraftverkehr Schwalmtal, alljährlich zu beklagen. Sein Unternehmen fährt auf den Linien 064 und 074 im Auftrag der Stadtwerke Krefeld. Als im vergangenen Jahr an einem Bus die Scheiben herausgetreten, die Deckenverkleidung herausgerissen und die Notausstiegsluken zerstört wurden, habe man zunächst überlegt, am Karnevalssamstag dann keine Busse nach Bracht oder von Bracht weg fahren zu lassen, berichtet von der Forst. Allerdings hätte man damit auch all diejenigen getroffen, die friedlich und fröhlich feiern wollten und auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seien. Deshalb gebe es in diesem Jahr nun einige Maßnahmen, um Randale zu verhindern. Sollte es trotzdem zu irgendwelchen Vorfällen kommen, dann werde es im kommenden Jahr ganz sicher keinen Busverkehr mehr geben.

Ab 12 Uhr werden in den Bussen nach Bracht auf beiden Linien Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes mitfahren. Wer da schon als stark alkoholisiert auffällt, wird gar nicht erst mitgenommen. Der Einstieg ist nur vorne beim Fahrer möglich, wo man auch das Ticket kaufen kann. Die Kapazität der Busse ist an diesem Tag deutlich geringer. Es dürfen nur die Sitzplätze plus zehn Stehplätze belegt sein. Sobald diese Zahl erreicht sei, werde auch keine weitere Haltestelle mehr angefahren, so von der Forst. Ab 17.30 Uhr werden für die Rücktouren in Richtung Kaldenkirchen, Breyell und Waldniel drei zusätzliche Shuttlebusse eingesetzt, um die Menschen zu den gleichen Bedingungen wie mittags sicher wieder nach Hause zu bringen.

Brüggens Bürgermeister Frank Gellen erhofft sich "einen guten Dreiklang aus Polizei, Ordnungsamt und dem Sicherheitsdienst", um die breite Masse der Feiernden zu schützen. Er macht auch unmissverständlich deutlich, dass jede Straftat konsequent verfolgt werde. Niemand brauche darauf zu hoffen, im Getümmel untertauchen zu können - oder wegen des großen Betriebs zu Karneval gar nicht erst festgehalten zu werden. Die Kosten für die Maßnahme teilen sich das Busunternehmen und die Gemeinde.

Im Ort gilt übrigens - wie auch in anderen Städten und Gemeinden während des Zuges - ein Glasverbot - und die Karnevalsgesellschaft Brachter Wasserratten bittet darum, auch die beliebten kleinen Schnapsfläschchen zu Hause zu lassen.

Familien mit Kindern können prima an der Kahrstraße, der Boerholzer Straße, der oberen Kaldenkirchener Straße bis zur Bäckerei Lehnen und der Schillerstraße die vorbeiziehenden Gruppen und Wagen sehen. Der Ortskern ist hingegen recht eng und wird deshalb von den Veranstaltern eher nicht für Familien empfohlen.

Quelle: RP
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