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Niederkrüchten
Welche Sportart passt zu mir?

Niederkrüchten: Welche Sportart passt zu mir?
"Am meisten ins Schwitzen gerate ich an der Station, die am leichtesten aussieht: Power-Workout mit Fitness-Trainerin Stefanie Schmitz im prägnanten Disco-Beat." FOTO: Jörg Knappe
Niederkrüchten. Beim "Bewegungstag 35+" in Niederkrüchten präsentierten die Sportvereine aus dem Kreis Viersen ihr Angebot — von Golf bis Taekwondo. Unser Mitarbeiter, ein paar wenige Zentimeter zu klein für sein Gewicht, hat sie ausprobiert Von Dieter Mai

Irgendwann erwischt es uns alle: Die Körperform tendiert schleichend in die Breite, das Gewicht bleibt partout nicht mehr von selbst stabil. Immerhin und Gott sei Dank: Das Rauchen habe ich längst drangegeben. Zum fünften Mal. Jeweils acht Kilo zugenommen, auch beim vierten Rückfall aber leider nur fünf wieder ab. Macht unterm Strich 20 zu viel. Zum Glück gab es bei meiner Bandscheiben-Reha im Sommer tolle Ernährungspläne und einen so nachhaltigen Motivationsschub, dass von den 20 heute nur noch zehn übrig sind.

Aber wehe: Es naht die dunkle, kalte Jahreszeit, die Schokoladen- und Gebäck-Saison, und schon strebt die Skala auf der Waage wieder in die falsche Richtung. Alleine an der Ernährungsfront kriege ich das Problem nicht in den Griff, soviel scheint klar. Also ist sportliche Betätigung das Gebot der Stunde. Doch welcher Sport passt zu mir? Beim "Aktionstag 35+" boten in Niederkrüchten zahlreiche Sportvereine aus dem Kreis Viersen die Gelegenheit, verschiedene Sportarten auszuprobieren. Das Angebot reichte von Gymnastik über Tennis, Tanzen, und Fußball bis hin zu Triathlon, asiatischem Kampfsport, Golf und noch einigem mehr.

Apropos Triathlon: Das ist nur was für die Allerhärtesten, dachte ich bisher. Triathlon-Trainer Andreas Ryll belehrt mich eines Besseren: "Triathlon ist der richtige Sport für alle, die Abwechslung mögen." Die Variante "Volkstriathlon", so lerne ich, bietet mit 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen eine deutlich entschärfte, einsteigerfreundliche Variante des vermeintlichen Extremsports. Beim "Schnuppertriathlon" halbieren sich diese Distanzen nochmals.

Als ich neugierig stehen bleibe, um ihnen ein wenig zuzusehen, laden mich die Taekwondo-Kämpfer der TG Nettetal spontan zum Probetraining ein. Asiatischer Kampfsport hat mich immer schon fasziniert, weil er über das rein Sportliche hinaus auch geistige und philosophische Aspekte berührt. Freundlich und geduldig zeigen mir die fortgeschrittenen Kämpfer so lange einige Grundschritte, bis ich tatsächlich einen ganz passablen Fußtritt hinbekomme und dabei gefühlt eine gar nicht mal so schlechte Figur abgebe. Später unterhalte ich mich mit Anja Sturme, 53, aus Nettetal, die mir berichtet, wie sie über ihren damals siebenjährigen Sohn zum Taekwondo kam: "Als ich ihn zu seiner ersten Gurt-Prüfung begleitete, sah ich zum ersten Mal, was die Erwachsenen machen; wo das hingeht, wenn das Anfänger-Stadium überwunden ist."

Auch die Argumente, die Roland Schmidt, Clubmanager des Europäischen Golfclubs Elmpter Wald, für seinen Sport ins Feld führt, sind nicht von der Hand zu weisen: "Bei welcher Sportart sind Sie sonst in einer Runde im Schnitt vier Stunden unterwegs, machen acht bis neun Kilometer Strecke und konzentrieren sich dabei rund 100 Mal?".

Am meisten ins Schwitzen gerate ich an der Station, die am leichtesten aussieht. Gut gelaunt gibt Fitness-Trainerin Stefanie Schmitz tänzerisch-beschwingte Bewegungen vor. Zum prägnanten Disco-Beat tut es die Gruppe, zu der auch ich mich nun gesellt habe, ihr nach. "Power-Workout" nennt sich das Programm, und ausgepowert bin ich am Ende auch. Und richtig guter Dinge. Zwar habe ich mich noch nicht endgültig für "meine" Sportart entschieden, doch eine Erkenntnis nehme ich mit: Den inneren Schweinehund zu besiegen, fällt in der Gruppe deutlich leichter.

Quelle: RP
 
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