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Brüggen
Weltkriegsbombe in Bracht entschärft

Brüggen: Weltkriegsbombe in Bracht entschärft
Dirk Putzer (links) und Markus Schmitz vom Kampfmittelräumdienst mit der entschärften Bombe. FOTO: Ahlen
Brüggen. Nach dem Fund einer Bombe wurden Anwohner evakuiert, Straßen und der Luftraum gesperrt. Am Nachmittag kam die Entwarnung. Von Heike Ahlen

Der Scherz, der gestern am häufigsten auf dem Gelände der Brachter Feuerwehr zu hören war, lautete: "Das ist eine Bombenstimmung hier." Zum Feuerwehrgerätehaus an der Boerholzer Straße waren die Einwohner Brachts gekommen, die ihre Häuser wegen einer Bombenentschärfung in Hülst hatten verlassen müssen. Bei der Feuerwehr fanden sie Aufnahme.

Am Morgen hatte der Kampfmittelräumdienst auf einem Feld, das ein Stück weit von der Straße Bass entfernt liegt, eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Im Umkreis von 500 Metern - genau: 501,10 Metern - mussten die Menschen ihre Häuser verlassen. "In diesem Bereich sind 172 Menschen gemeldet", erklärte Ordnungsamtsleiter Jürgen Mörschbächer.

Die meisten von ihnen hatten sich bis zum Mittag bei ihm abgemeldet, so dass er sie auf seiner Liste abhaken konnte. Etwa 50 Einwohner nahmen das Angebot, bei kühlen Getränken und Kaffee am Feuerwehrgerätehaus auf die Entschärfung der Bombe zu warten, an. Andere meldeten sich ab und fuhren zu Verwandten oder Freunden.

Die Wehrleute Jens Hendricks (v.l.), Marcel van Montfort und Werner Gumpert mit dem Einsatzplan. FOTO: Ahlen, Heike (hah)

Gegen 13.30 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Wie die Einsatzkräfte feststellten, hatten alle Bewohner im zu evakuierenden Bereich ihre Häuser verlassen. Betroffen waren Teile der Kaldenkirchener Straße sowie Teile von Hülst und Bass. Auch ein bettlägeriger Patient konnte anderweitig untergebracht werden. Dann warteten die Einsatzkräfte auf das Einverständnis der Oberen Luftfahrtbehörde, um im Höhenbereich zwischen null und tausend Metern auch den Luftraum über diesem Bereich zu sperren. Die Polizei sperrte die Bundesstraße 221 zwischen der Brachter Stiegstraße und dem Kreisverkehr an der Autobahn 61 vor Kaldenkirchen. Und wenige Minuten vor 15 Uhr kam dann der für die Wartenden erlösende Anruf: Der Luftraum ist gesperrt, es kann losgehen.

Eine Dreiviertelstunde, so schätzten die beiden Entschärfer Dirk Putzer und Markus Schmitz, würden sie wohl brauchen, wenn alles nach Plan laufe. Um 15.43 klingelte das Handy des Ordnungsamtsleiters Mörschbächer: Entwarnung - alles nach Plan verlaufen. Die Einsatzkräfte gaben die Straßen wieder frei, die Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren, und Putzer und Schmitz nahmen die Bombe mit.

Auf diesem Feld in Hülst wurde die 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Am Mittwoch schon war Flugabwehrmunition gefunden worden - im Krieg stand dort eine Flak-Stellung. FOTO: Ahlen, Heike (hah)

Dass die Fliegerbombe nun überhaupt auf dem Feld gefunden wurde, ist einem 86-Jährigen zu verdanken. "Das Gerücht, dass dort ein Blindgänger liegt, gibt es schon ewig in Hülst", erzählt Landwirt Willi Hauser aus Hülst. Als nun die frühere Wiese zum Acker umgewidmet wurde, kam das Gespräch unter den Nachbarn wieder auf die Bombe. Denn ist die Fläche erst Acker, geht der Pflug ja in den Boden hinein - im Gegensatz zum Rasenmäher, der nur über die Wiese fährt.

Hauser ging mit dem 86-Jährigen, der während der Zeit der Evakuierung im Zweiten Weltkrieg als einer von wenigen in Bracht geblieben war, zum Ordnungsamt und berichtete von der Bombe. Mörschbächer bat daraufhin den Kampfmittelräumdienst um Luftbilder. Auf den Aufnahmen war zu sehen, dass auf dem Feld im Krieg unter anderem eine Flak-Stellung gewesen war. Vorgestern waren 28 Schuss Flugabwehrmunition dort gefunden worden - und gestern Morgen dann fast genau an der Stelle, die der 86-Jährige beschrieben hatte, tatsächlich in drei Metern Tiefe die Bombe.

Quelle: RP
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