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Brüggen
Wie die "Brauter Do-el" entstanden

Der Einsturz des Kirchturms 1830 in Bracht wird mit dem Maskottchen des Dorfes, der Dohle, in Verbindung gebracht. Der mündlichen Überlieferung nach sollen die im Turm nistenden Dohlen beim Einsturz aufgeschreckt, ihre Jungen aus den Nestern gefallen sein.

Mitleidige Bürger sammelten die Küken auf und zogen sie groß. Die intelligenten Tiere, die schnell zahm werden, blieben in den Familien. Andere Quellen besagen, dass es in Bracht früher große Dohlenkolonien gab. Das ausgedehnte Heide- und Buschland auf Gemeindegrund im frühen 19. Jahrhundert, das von den Vögeln als Lebensraum favorisiert wird, könnte eine Erklärung sein. 1850 wurde bei der Kevelaerprozession als Erinnerung ein Schild mit einer Dohle für die Kerzenkapelle gestiftet. Dies spricht dafür, dass die Identifikation der Brachter mit der Dohle als der bildhaften Vertreterin für das Dorf recht groß gewesen sein muss, denn bei einer Prozession hätte man ja eher die Muttergottes als Pfarrpatronin oder den Heiligen Johannes erwartet. Im 19. Jahrhundert bürgerte sich als Spitznamen für die Brachter »Brauter Do-el« ein. Heute erinnert das Dohlenfest an das heimliche Wappentier des Dorfes.

(g-d)
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