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Viersen
Wie die Kirche das Klima schützen will

Viersen. Wie viel Strom und Gas werden für den Pfarrsaal und den Kindergarten benötigt? Welche Maßnahmen eignen sich für bessere Energieeffizienz? Mit diesen und weiteren Fragen zu Energieverbrauch und Klimaschutz hat sich eine Vielzahl von Pfarreien und Kirchengemeinden des Bistums Aachen beschäftigt. Sie beteiligen sich an der "Nationalen Klimaschutzinitiative", einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Anhand von energetischen Untersuchungen ihrer Gebäude werden sogenannte Klimaschutzteilkonzepte erstellt. Die Ergebnisse hat das Bistum zusammen mit dem Energieunternehmen Adapton aus Aachen jetzt in der Aula des Dülkener Albert-Magnus-Gymnasiums vorgestellt.

Bereits zwischen 2012 und 2015 wurde der Energiebedarf für die Gebäude ermittelt. Entstanden sind sieben einzelne Klimaschutzkonzepte für 489 Gebäude, eine strukturierte Energie-und Gebäudedatenbank geschaffen sowie ein Maßnahmenkatalog. Rasch machte Ingenieur Ralf Weber (Adapton) den Vertretern der Pfarreien und Kirchengemeinden in seinem Vortrag deutlich, dass die Umsetzung nur dann effizient und möglich ist, wenn vor Ort Mitstreiter gefunden werden, die mitmachen, und wenn regelmäßig Kontrollen erfolgen.

Es gab eine Schwachstellenanalyse, sowie eine technische Beurteilung, die ergab: Bei der Raumlüftung liegt das größte Einsparpotenzial. Es wurden 48 unterschiedliche Maßnahmen empfohlen, die vom Austausch der Wärmeerzeuger reichten, über den Austausch einfach verglaster Fenster bis zur Dämmung von Kellerdecken. Für die Umsetzung steht noch eine konkrete Planung an. Ebenso gab es Empfehlungen, die Gebäudetechnik auszutauschen. Einsparmöglichkeiten gebe es unter anderem bei der LED-Beleuchtung, beim Heizkessel oder den Heizungspumpen. Marie Goebel, beim Generalvikariat des Bistums zuständig ist für den Klima-und Umweltschutz, gab Hinweise zur Umsetzung, gegliedert in Startphase, Aufbauphase sowie Regelbetrieb. Die Daten für jedes Gebäude wurden in einem Gebäudesteckbrief zusammen gefasst. Sie enthalten alle wesentlichen Angaben aus dem Kataster sowie Aufnahmen von Schwachstellen.

Das jetzt vorhandene Klimaschutzteilkonzept zeigt klare Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz und damit Senkung der Kosten. Klar war den Teilnehmern nun aber auch, dass die Herausforderung in der konsequenten Umsetzung der Maßnahmen liegt.

(mab)
 
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