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Mönchengladbach/ Viersen
Wie konnte dieser Unfall geschehen?

Mönchengladbach/ Viersen: Wie konnte dieser Unfall geschehen?
Louisa Grund, Dominik Grabanica, Nicola Dreessen und Jonas Synes überlebten den schweren Unfall auf der A61 zwischen den Ausfahrten Süchteln und Nettetal leicht verletzt. Wird der Unfallverursacher nicht gefunden, bleiben die Studentin und die angehenden Auszubildenden auf 10.000 Euro Schaden sitzen. FOTO: Busch
Mönchengladbach/ Viersen. Fünfmal überschlug sich ihr Kleinwagen auf der A61 — wie durch ein Wunder überlebten die jugendlichen Insassen aus Gladbach den Unfall. Sie beschäftigt vor allem eine Frage: Wie gelangte das große Metallteil auf die Fahrbahn? Von Martin Röse

Diese Woche ist Louisa Grund erstmals wieder nachts auf der Autobahn selbst gefahren. "Das war ein ganz merkwürdiges Gefühl, hinter dem Steuer zu sitzen", sagt die 20-jährige Studentin. Schuld an diesem merkwürdigen Gefühl ist der 18. Februar. An jenem Donnerstagabend war Louisa Grund gemeinsam mit Freunden auf dem Weg zu einer Party nach Venlo. Dort angekommen sind sie nie.

Wie in Zeitlupe haben sie den Moment erlebt, als die Reifen des anthrazitfarbenen Citroën C1 zwischen den Ausfahrten Süchteln und Nettetal den Kontakt mit der linken Fahrspur der A61 verloren, wie dann das Heck abhob und sich der Kleinwagen überschlug. Und wieder überschlug. Und erneut überschlug. Und ein weiteres Mal überschlug.

Fotos: Fünf Verletzte bei Unfall auf A61 FOTO: Jungmann

Und dann, 150 Meter weiter, nach einem letzten Überschlag, mit geborstenen Scheiben laut krachend kopfüber auf der Fahrbahn liegen blieb. Louisa hat geschrien. Dominik Grabanica, ebenfalls 20 Jahre alt, saß auf dem Beifahrersitz. "Er hat sich schützend über mich geworfen", berichtet Louisa Grund.

Der 18. Februar war ein trockener Tag, es hat nicht geregnet, die Sicht gegen 23 Uhr war, für nächtliche Verhältnisse, gut. Wie konnte es zu dem Unfall kommen? Louisa Grund war auf der rechten Fahrbahn unterwegs, scherte dann auf der zweispurigen Autobahn nach links, um den vor ihr fahrenden Lkw zu überholen. Und konnte dann einem großen Metallkonstrukt nicht mehr ausweichen. "Bei dem etwa 60 Zentimeter großen Gegenstand handelt es sich um mehrere geschweißte T-Träger", sagt Polizeisprechern Antje Heymanns. Wie er dorthin kam, versucht die Polizei noch zu ermitteln. Hat vielleicht ein Schrotthändler seine Ladung verloren?

Dieses Metalllteil lag auf der Fahrbahn. Die Polizei versucht zu ermitteln, wie es dorthin kam. FOTO: Polizei

Die Jugendlichen haben eher eine andere Theorie. "Es ist doch unwahrscheinlich, dass ein Schrotthändler auf der linken Fahrspur unterwegs ist", sagt Louisa Grund. "Das Metallteil hat wie eine Panzersperre gewirkt; an der Unfallstelle gibt es keine Leitplanke, ein Trampelpfad führt direkt an die Autobahn."

Dass da jemand bewusst etwas konstruiert hat und auf die Fahrbahn legte, um Schaden anzurichten - diesen Gedanken möchte sie am liebsten gar nicht zu Ende denken. Die jungen Leute hoffen dennoch, dass der Verursacher gefunden wird. Drei Mobiltelefone sind bei dem Unfall kaputt gegangen, Jacken und Taschen wurden zerrissen, das Auto ist irreparabel beschädigt. "Die Versicherung zahlt nur die kaputten Fensterscheiben über die Teilkasko", sagt Grund. Auf rund 10.000 Euro bleiben die Studentin und die angehenden Auszubildenden sitzen, wenn nicht geklärt wird, durch wen das Metallteil auf die Fahrbahn kam.

Seit dem Unfall ist nicht ein Tag vergangen, an dem die Jugendlichen nicht daran zurückgedacht haben. Wie sie sich selbst mit Mühe aus dem Auto befreiten. Wie diverse Autofahrer einfach am Wrack vorbeigefahren sind, bevor Minuten später der erste hielt. An das Blaulicht, die Martinshörner von Polizei und Feuerwehr, die Fahrt ins Krankenhaus. "Die Dankbarkeit, das überlebt zu haben, überwiegt", sagt Nicola Dreessen (19). "Das Leben", sagt er, "ist doch sehr schön. Ich versuche jetzt, ein paar Chancen mehr zu nutzen, die es einem bietet."

Quelle: RP
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