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Viersen
Windräder: "Messe" für betroffene Anwohner

Viersen: Windräder: "Messe" für betroffene Anwohner
In Viersen soll es an zwei Standorten Platz für neue Windräder geben: am Windpark Amerner Höhe und an der Boisheimer Nette. FOTO: busch
Viersen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat der Änderung des Flächennutzungsplans zugestimmt. Auf zwei Flächen sollen neue Windräder gebaut werden können. Details gibt's am 14. Juni Von Daniela Buschkamp

Die Stadt Viersen treibt die Ausweisung von zwei Flächen für neue Windräder voran: So sollen der Windpark Amener Höhe ausgebaut und ein Areal an der Boisheimer Nette genutzt werden. Die Mitglieder im Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung haben jetzt darüber abgestimmt, die 89. Änderung des Flächennutzungsplanes öffentlich auszulegen. "Mit der Offenlage der Pläne beginnt nun die zweite Phase der Bürgerbeteiligung", erläutert Rathaus-Sprecher Frank Schliffke.

Um die Bürger über Windenergie zu informieren, ist eine zweite Veranstaltung geplant: "Es wird eine Windmesse geben", kündigte die Technische Beigeordnete Beatrice Kamper an. Für Dienstag, 14. Juni, ab 18 Uhr, sind Bürger in das Foyer der Erich-Kästner-Schule, Pastoratstraße 2 in Viersen-Boisheim eingeladen. Dabei wird zum einen die Verwaltung den aktuellen Planungsstand zur Windenergie in Viersen vorstellen. Zum anderen gibt es Informationen zu Umwelt-, Arten- und Immissionsschutz sowie zum Planungsrecht. NEW Re wird an einem eigenen Stand ihre Absichten für die Errichtung von Windkrafträdern vorstellen. Laut Kamper können Fragen gestellt werden. Im Januar hatte bereits ein Info-Abend zum Thema Windenergie stattgefunden. Unter den rund hundert Teilnehmern hatten einige ihre Bedenken zu den Ausbauplänen geäußert. Sie fürchteten etwa eine zu große Nähe der neuen Windräder zu Häusern oder Eingriffe in Natur und Landschaft.

Zum Hintergrund: Die Stadtverwaltung will den Flächennutzungsplan ändern, um Standorte für neue Windräder ausweisen zu können. Sie setzt damit das Ziel der rot-grünen Landesregierung und der Bundesregierung um, die in Zukunft mehr Strom aus regenerativen Energien wie Wind gewinnen wollen. Im Regierungsbezirk Düsseldorf, zu dem Viersen gehört, sollen 3500 Hektar Fläche für neue Windräder ausgewiesen werden.

"Es handelt sich hierbei um ein Planungskonzept für die gesamte Stadt", erläuterte Thomas Finke vom Ingenieurbüro Lange im Ausschuss. Ohne eine solche Satzung, in der Konzentrationsflächen ausgewiesen sind, wären neue Anlagen im gesamten Außenbereich möglich; damit drohe eine Verspargelung der Landschaft.

An der Boisheimer Nette stehen insgesamt 71,4 Hektar zur Verfügung, doch 13,4 Hektar Wald sind ausgenommen. Bleiben 58 Hektar für neue Windräder. Laut Auskunft der NEW, die die Fläche besitzt, sind dort theoretisch bis zu vier Windanlagen möglich; sie messen vom Fuß bis zum Rotor 180 bis 200 Meter.

Beim zweiten Areal an der Amerner Höhe handelt es sich um 22 Hektar; dort besteht bereits ein Windpark mit vier Anlagen. Diese könnten, so Finke, modernisiert werden. Dieses Repowering sei allerdings eine Entscheidung des Betreibers. Auf die Frage, wie viele Windräder in welcher Größe auf den Flächen möglich sind, gab es im Ausschuss keine Antwort. Dies sei eine Entscheidung des Investors.

Wie das Planverfahren weitergeht: Sobald auch der Rat über den geänderten Flächennutzungsplan abgestimmt hat, kann der Investor beantragen, dass der Bauantrag genehmigt wird. Zuständig dafür ist der Kreis Viersen als Genehmigungsbehörde.

Quelle: RP
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