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Serie Türen Erzählen Geschichten
Wo Hilfe aus Tradition zu Hause ist

Viersen. Nettetal (jobu) Inmitten des geschäftigen Treibens an der Hochstraße in Lobberich steht das alte Haus mit der Nummer 29. Abgenutzt die drei Stufen davor, abgewetzt der Metallknauf der großen, antik wirkenden Holztür, verschnörkelt das Oberlicht mit der Laterne davor. "Durch diese Tür kommen Menschen zu uns, die Rat, Unterstützung und Hilfe brauchen", sagt Bernd Bachschuster vom Sozialpsychiatrischen Zentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Kein Wohnhaus also. Dennoch ein Zuhause für Menschen mit psychischen Erkrankungen: "Manche kommen zu Beratungsgesprächen, andere verbringen hier einige Stunden, wenn sie sonst krankheitsbedingt keine Struktur in ihren Alltag bekommen", sagt Bachschusters Kollegin Kerstin Seidel. Sie werden aufgefangen von Felix: "So heißt unser Netzwerk für Familien mit psychisch erkrankten Eltern", sagt sie.

Dass Menschen mit Krankheiten, Problemen oder Benachteiligungen an der Hochstraße 29 Unterstützung, Fürsorge und Zuwendung erfahren, hat eine lange Tradition. Als Bongartzstiftung ist das denkmalgeschützte Backsteinhaus ein Stück Nettetaler Stadt- und Sozialgeschichte, diente es doch auch schon als Waisenhaus, als Mädchen- und Kinderheim. "Diese Geschichte ist uns immer bewusst und wichtig, das Haus atmet was von dieser Tradition", sagt Bachschuster. Überhaupt habe dieser Altbau, ergänzt Seidel, im Gegensatz zu modernen Bürobauten eine Ausstrahlung, die Mitarbeiter und Klienten als wohltuend empfinden.

Kontakt- und Beratungsstelle mit Freizeitangeboten im Cafe CuBs, Tagesstätte, Adresse für betreutes Wohnen im Westkreis oder Netzwerk Felix - vielfältig sind die Angebote. "Es geht etwa in der Beratung oft um Erkrankungen und Nöte, aber wir wollen helfen, und wenn das gelingt, ist das für uns alle positiv", sagt Bachschuster. Seidel ergänzt: "Es ist schön, wenn im Cafe KuBs gelacht wird oder wenn jemand kommt, um sich für die Unterstützung zu bedanken."

So gehen viele Menschen, Klienten und Gäste wie auch die Awo-Mitarbeiter oft mit einem guten Gefühl durch die uralte Eichentür.

Quelle: RP
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