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Haushalt
Wofür Viersen dieses Jahr Geld ausgibt

Haushalt: Wofür Viersen dieses Jahr Geld ausgibt
Von 2016 an sollen 100.000 Euro jährlich für Spielgeräte, Abfallbehälter etc. auf städtischen Spielplatzflächen bereitgestellt werden. FOTO: Busch
Viersen. Lediglich Die Linke stimmte am Montagabend im Stadtrat gegen den Haushaltsentwurf von Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD). Das Defizit steigt auf knapp 20 Millionen Euro. Steuern werden nicht erhöht. Von Martin Röse

Hausbesitzer brauchen keine höheren Steuern zahlen, Gewerbebetriebe nicht höhere Sätze ans Finanzamt überweisen, Hundehalter müssen nicht tiefer in die Tasche greifen. Trotz deutlich gestiegener Ausgaben – nicht zuletzt aufgrund der massiven Flüchtlingsströme und einer höheren Kreisumlage – hat eine breite Mehrheit aus CDU, SPD, FDP, Grünen und FürVie im Stadtrat am Montagabend auf städtische Steuererhöhungen verzichtet und dem Haushaltsplan von Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) zugestimmt. Lediglich Die Linke stimmte dagegen.

13 Planungs- und Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von mehr als zwei Millionen Euro hat die Bürgermeisterin neu in den Haushalt aufgenommen. So soll das Lichtkonzept in Dülken auf dem Alter Markt fortgesetzt werden, die Bahnhofstraße umgestaltet, der Stadtpark Melcherstiege attraktiver gemacht werden. Ebenfalls in Planung: Der Umsteigepunkt am Bahnhof Dülken soll aufgewertet werden. Auch der Kreuzungsbereich Große Bruchstraße/Gladbacher Straße soll nach Fertigstellung des Innerstädtischen Rings ab 2018 angepasst werden.

Ebenfalls neu: Von diesem Jahr an stehen jährlich 100.000 Euro für Spielgeräte, Abfallbehälter und Bänke auf städtischen Spielplätzen im Haushalt bereit.

Der Haushaltsentwurf sieht eine Erhöhung des Defizits auf rund 19,9 Millionen Euro vor (2015: 13,5 Millionen Euro). Das Geld soll aus der allgemeinen Rücklage genommen werden. Sie sinkt dadurch auf gut 188 Millionen Euro. Dass das Defizit nicht noch höher ausfällt, liegt an sprudelnden Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer. Mit knapp fünf Millionen Euro mehr als noch 2015 rechnet Kämmerer Norbert Dahmen für dieses Jahr. Trotzdem: Ohne Neuverschuldung geht es nicht. 2,4 Millionen Euro zusätzliche Kredite wird die Stadt Viersen in diesem Jahr voraussichtlich aufnehmen und kommt damit auf eine Gesamtverschuldung von 145 Millionen Euro. Allein für Zinsen zahlt die Stadt dieses Jahr voraussichtlich rund 6,5 Millionen Euro.

Die Bürgermeisterin selbst ist bei Einsparungen mit gutem Beispiel vorangegangen: Anemüller senkte ihren Etat für Repräsentationen gegenüber dem Vorjahr von knapp 105.000 Euro auf knapp 93.000 Euro.

Während die Grünen am Montag den Nutzwert der Haushaltskonsolidierung infrage stellten ("Diese finanzpolitische Doktrin erstickt zukunftsweisendes Handeln im Keim"), vermisste die CDU eine umfangreiche Aufgabenkritik der Stadtverwaltung und empfahl der Bürgermeisterin, dies für den Haushalt 2017 nachzuholen.

Einzelne geplante Investitionen im Überblick:

Spielplätze Neu in diesem Jahr: Von 2016 an sollen 100.000 Euro jährlich für Spielgeräte, Abfallbehälter etc. auf städtischen Spielplatzflächen bereitgestellt werden.

Südstadteingänge Die Zufahrten vom Josefsring in die Viersener Südstadt sollen zu attraktiven Entrees umgestaltet werden. 119.000 Euro stehen im Haushalt für den Südstadteingang Gereonstraße bereit, weitere 14.000 Euro fürs Umfeld der Josefskirche samt Parkplatz.

Lichtkonzept Alter Markt Das Lichtkonzept in Dülken soll auf dem Alter Markt fortgesetzt werden. 55.000 Euro stehen dafür an Planungskosten im Haushalt bereit. Ab 2018 soll mit dem Umbau begonnen werden.

Umgestaltung Bahnhofstraße Die Bahnhofstraße wird von der Freiheitsstraße abgebunden, der Gehweg an der Freiheitstraße baulich ergänzt. In diesem Jahr wird die Baumaßnahme geplant, 2017 soll der Bau starten.

Stadtpark Melcherstiege Knapp 72.000 Euro Planungskosten stehen für die Umwandlung des Bereichs Melcherstiege zu einer attraktiven Grünfläche im Haushalt. Der Baubeginn ist für 2017 geplant.

Platzfläche Domhof Die öffentlichen Flächen am Domhof sollen von 2017 an umgestaltet werden. Im Haushalt stehen dafür Planungsgelder von 23.000 Euro bereit.

Große Bruchstraße/Gladbacher Straße Der Kreuzungsbereich soll nach Fertigstellung des Innerstädtischen Rings ab 2018 angepasst werden. Planungskosten: 77.000 Euro.

Hier können Sie die Haushaltsreden in ganzer Länge lesen:

Die Rede von Stefan Feiter (FDP)

Die Rede von Manuel Garcia Limia (SPD)

Die Rede von Martina Maaßen (Grüne)

Die Rede von Christoph Saßen (Die Linke)

DIe Rede von Stephan Sillekens (CDU)

Die Rede von Hans-Willi Pertenbreiter (FürVIE)

 

 

Quelle: RP
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