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Viersen
Wunderkammern in der Galerie

Wunderkammern in der Städtische Galerie im Park Viersen
Kita-Leiterin Susanne Greven (links), Künstlerin Dagmar Reichel (hinten), Jutta Pitzen von der Städtischen Galerie im Park (vorn) und Kulturdezernent Dr. Paul Schrömbges zeigen die "Museobil"-Boxen der Kinder. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Wie ein Museum funktioniert, lernten Kinder der Kita am Konrad-Adenauer-Ring bei einem Projekt. Ihre Schätze sind jetzt in Viersen zu sehen. Auch die "Kulturstrolch"-Arbeiten werden gezeigt. Von Alina Petz

Die Städtische Galerie im Park Viersen stellt von Sonntag bis Sonntag, 5. bis 12. Juli, selbstgebaute Objekte unter dem Titel "Was (f)liegt denn da?" aus. Gezeigt werden die Ergebnisse aus zwei Projekten. Zum einen das "MuseobilBOX-Museum zum Selbermachen". Die Viersener Künstlerin Dagmar Reichel führte das Projekt mit den Kindern der Kindertageseinrichtung am Konrad-Adenauer-Ring durch. Das Projekt sollte den Kindern zeigen, wie ein Museum funktioniert. Die Kinder sahen sich Galerie und Skulpturensammlungen an und bestückten dann Mini-Museen in Box-Form mit ihren in der Natur gesammelten Schätzen.

Das Projekt, das von dem Programm "Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert wurde, hat 63 Kindern bei vier Maßnahmen großen Spaß bereitet. Zusätzlich haben die Kinder Bilder von ihren Fundstücken mit Hilfe von Knetmasse, Farbe und einer Walze hergestellt, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Kita-Leiterin Susanne Greven findet es positiv, dass alle Kinder der Einrichtung eingebunden waren. Da sei es völlig egal, ob ein Kind einen Migrationshintergrund habe oder nicht. Durch Kunst würden Sprachbarrieren überwunden. Das Projekt sei eine große Bereicherung, da die Kinder mit den Materialien experimentieren und etwas Eigenes erschaffen können. Die Kreationen der Kinder werden nach dem Umzug der Kindertageseinrichtung am 1. November einen Platz in einer Kreativecke finden.

Das zweite Projekt, dessen Ergebnisse jetzt in der Galerie zu sehen sind, sind die Ergebnisse des Kreativ-Wettbewerbs der "Kulturstrolche", ein Programm, das durch das Kultursekretariat NRW Gütersloh unterstützt wird. Es umfasst die Arbeiten aller ersten Klassen der Viersener Grundschulen. Eine Jury hat 13 "Kulturstrolch"-Klassen aus den 18 Teilnehmern ausgewählt. Kulturpädagogin Nicola Nilles, die zur Jury gehörte, fiel es nicht leicht, nicht jede Klasse als Kulturstrolch auszeichnen zu können: "Es tut einem so weh!", bedauert sie. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden außerdem von Jahr zu Jahr aufwendiger. Kulturelle Arbeit wie diese sei verfrühte Sozialarbeit, meint Jutta Pitzen von der Städtischen Galerie im Park. Solche Projekte weckten das Grundinteresse an Kunst.

Es sei wichtig, nicht nur Kunst anzubieten, sondern Kultur auch "an den Bürger" zu bringen", betont Viersens Kulturdezernent Dr. Paul Schrömbges. Daher gibt es nicht nur Projekte für die Kleinen, sondern auch für Ältere, etwa das Projekt "Kulturrucksack" für Zehn- bis 14-Jährige. Im September findet ein großes Fest für die "Kulturstrolche" statt: Sie sind zu den "Junior's Jazz Open" beim Internationalen Jazzfestival am Sonntag, 27. September in die Festhalle eingeladen.

Ergänzt werden in der Ausstellung nun die Arbeiten der Kinder durch Mobiles des Kölner Künstlers Rainer Kiel und weiteren Werken Dagmar Reichels.

Die Ausstellung in der Städtischen Galerie im Park, Rathauspark 1 in Viersen, ist bis zum 12. Juli zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
 
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