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Kreis Viersen
Zahl der Selbstständigen im Kreis steigt

Kreis Viersen: Zahl der Selbstständigen im Kreis steigt
IHK-Existenzgründungsberater Wolfgang Koger. FOTO: IHK
Kreis Viersen. Landesweit dagegen sind die Zahlen zurückgegangen. Viele bevorzugen eine sichere Anstellung

Mehr Menschen als im Jahr zuvor haben 2016 im Kreis Viersen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Es gab kreisweit insgesamt 2628 Firmengründungen, 59 mehr als 2015 (2569). 2602 Unternehmer gaben ihre Firma 2016 auf, auch diese Zahl ist gestiegen: von 2549 im Jahr zuvor.

Damit verzeichnet der Kreis Viersen ein Plus von 2,25 Prozent bei den Gründungen und ein Plus von 2,08 Prozent bei den Aufgaben. In der Stadt Viersen ist die Zahl der Gründungen um 8,74 Prozent auf 641 zurückgegangen (2015: 697). Gleichzeitig ist die Anzahl der Geschäftsaufgaben um 4,87 Prozent auf 657 gesunken (2015: 689). Die Gründungsintensität - also die Anzahl der Gründungen in Relation zur Einwohnerzahl - liegt in der Kreisstadt mit 0,84 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein (0,8). Das sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2017, den die IHK auf der Basis von Daten des Landes NRW erarbeitet hat.

"Wir haben das aktuelle Gründungsgeschehen in der Region untersucht, damit die notwendige Debatte auf einer soliden Datenbasis stattfinden kann", erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Die Erarbeitung des Gründerreports sei wichtig, um Trends zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen sowie Forderungen an die Politik ableiten zu können. "Wir brauchen junge Unternehmen", sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. "Sie sorgen für Innovation und Wachstum, sie schaffen Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaft insgesamt."

Landesweit ist die Zahl der Neugründungen von 127.643 im Jahr 2015 auf 125.969 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Gewerbeabmeldungen rückläufig - von 120.057 auf 119.963. Ähnliche Entwicklungen lassen sich laut Report im Regierungsbezirk Düsseldorf beobachten. Von diesem Trend weicht der Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein allerdings ab: In Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen lagen die Unternehmensgründungen um 1,03 Prozent über dem Vorjahreswert. Dafür sind die Geschäftsaufgaben mit einem Plus von 2,78 Prozent deutlich gestiegen. Damit ergibt sich für die Region ein Zuwachs von 160 Unternehmensgründungen.

Die landesweit rückläufige Zahl sei die Kehrseite der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, so IHK-Existenzgründungsberater Wolfgang Koger. "In den vergangenen Jahren haben erheblich weniger Personen aus Mangel an Erwerbsalternativen eine Selbstständigkeit angestrebt. Viele ziehen den sicheren Weg einer Anstellung dem 'Abenteuer Selbstständigkeit' vor. Das hören wir bei zahlreichen Beratungsgesprächen." Hinzu kämen Einschränkungen beim Gründungszuschuss für Arbeitslose.

Wie sich die Zahl der Gründungen im IHK-Bezirk in Zukunft entwickeln werde, sei schwer zu sagen. "Um aus dem Tal herauszukommen, braucht Deutschland ein gründerfreundliches Klima", betont IHK-Hauptgeschäftsführer Steinmetz.

Jungunternehmer benötigten demnach Voraussetzungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf ihre Kunden und die Produkte zu konzentrieren. "Das Verschwenden wertvoller Zeit und Energie für eine überbordende Bürokratie oder unverständliche rechtliche und steuerliche Fragestellungen muss ein Ende haben", fordert Steinmetz. "Mit den Maßnahmen, die der Koalitionsvertrag für Nordrhein-Westfalen nennt, ist die Politik auf einem guten Weg."

Geplant sind demnach unter anderem ein bürokratiefreies Jahr für Gründer, digitale Anlaufstellen, die Einrichtung von sechs Exzellenz-Start-up-Centern, Start-up-Pitches bei Behörden und eine optimierte Start-up-Förderung durch die NRW-Bank. "Allerdings müssen diese Vorhaben möglichst schnell umgesetzt werden", sagt Steinmetz. "Dabei steht die IHK als Partner für die Verbesserung des Gründerklimas zur Verfügung."

Aber auch die Gründer selbst müssen laut IHK natürlich ihren Teil zum Erfolg beitragen. "Viele Jungunternehmer sind schlecht vorbereitet", sagt IHK-Existenzgründungsberater Koger. So würden sie zum Beispiel häufig nur unzureichende Finanzierungsmodelle erstellen oder fehlende wirtschaftliche Grundkenntnisse vorweisen. "Das muss nicht sein", meint Koger. "Schließlich bietet die IHK ein umfangreiches Beratungsangebot."

Angehenden Unternehmern stehen Berater Bert Mangels unter der Rufnummer 02151 635335 sowie per E-Mail unter mangels@krefeld.ihk.de und Wolfgang Koger unter Telefon 02161 241120 und per E-Mail unter koger@moenchengladbach.ihk.de für Beratungen und Auskünfte zur Verfügung.

Quelle: RP
 
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