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Viersen
Zeuge im Urlaub - Gericht vertagt Urteil

Viersen. Ein Viersener soll nach einem Borussia-Heimspiel zwei Männer angegriffen und schwer verletzt haben Von Eva-Maria Geef

Auch der zweite Gerichtstermin wegen schwerer Körperverletzung vor dem Amtsgericht Mönchengladbach brachte gestern kein Urteil, da ein geladener Zeuge nicht erschienen war.

Angeklagt ist ein 26-jähriger Viersener. Ihm wird vorgeworfen, nach einem Heimspiel von Borussia Mönchengladbach im November 2016 zwei Männer angegriffen und teilweise schwer verletzt zu haben.

Nach Abpfiff des Spiels soll er in der Nähe des Hockeyparks einen Mann mit einem Faustschlag gegen die Schläfe verletzt haben. Dabei ließ der Angegriffene sein Smartphone fallen. Als er es wieder aufheben wollte, soll der Angeklagte gemeinsam mit fünf weiteren unbekannten Mittätern erneut auf ihn losgegangen sein. Laut Staatsanwältin schlug und trat er auf den am Boden liegenden Mann ein. Ein Passant wurde auf den Tumult aufmerksam und erkannte in dem Mann einen Bekannten. Als er ihn vor weiteren Angriffen schützen wollte, schlugen die Mittäter auch auf ihn ein. Dabei erlitt der Mann eine blutende Nasenverletzung, er musste wegen Prellungen von Jochbein und Rippen behandelt werden.

Einer der damals gerufenen Polizeibeamten sagte aus: "Bei allen Beteiligten war viel Alkohol im Spiel. Das Sicherheitspersonal gab den Hinweis auf den Angeklagten." Diesen hätten die Polizisten an einer Würstchenbude am Parkplatz P4 vorgefunden. Nach der belastenden Aussage des Sicherheitspersonals sei er dann zur Seite genommen, belehrt sowie die Personalien aufgenommen worden. "Dabei war er merklich alkoholisiert und in einem benebelten Zustand, aber ansprechbar", sagte der Polizist aus.

Ein Video, das ein Zeuge mit seinem Smartphone aufgezeichnet hatte, wurde im Gerichtssaal abgespielt, brachte jedoch wenig Klarheit: "Es ermöglicht uns eine zeitliche Eingrenzung, wurde wesentlich nach der ersten Handlung und wohl auch nach der zweiten Handlung aufgezeichnet", so der Richter. Da die Staatsanwältin nicht auf die Aussage des urlaubsbedingt verhinderten Zeugen verzichten möchte, wurde die Verhandlung vertagt. Sie wird am 17. Januar fortgesetzt.

Quelle: RP