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Kultur-Tipp
Zeugnisse des Glaubens

Viersen. Noch bis März beleuchten kulturelle Einrichtungen am Niederrhein in Ausstellungen und Vorträgen das religiöse Leben an Rhein und Maas. Das gemeinsame Motto: "Himmelwärts".

Mehrere tausende Gläubige besuchen jedes Jahr im September zur Irmgardis-Oktav die Kapelle auf dem Süchtelner Heiligenberg. Schon im 16. Jahrhundert war der Heiligenberg Ziel vieler Pilger. Noch heute sind Wallfahrtsstätten Orte des gelebten Glaubens. Menschen gehen dorthin, weil sie den Heiligen nah sein wollen. Weil sie sich Gottes Segen und die Fürsprache der Heiligen bei Gott erhoffen. Weil sie mit jedem Schritt mehr zu sich finden möchten.

Wie der Glaube am Niederrhein früher gelebt wurde und heute gelebt wird, steht im Mittelpunkt von Veranstaltungen, zu denen noch bis März kulturelle Einrichtungen im Museumsnetzwerk Niederrhein einladen. In Ausstellungen und Vorträgen richten sie den Blick auf das religiöse Leben an Rhein und Maas, auf die Volksfrömmigkeit, auf den Aberglauben, auf die prunkvolle Ausstattung der Kirchen und auch auf Auseinandersetzungen, die auf unterschiedlichen Glaubensauffassungen fußten. Sie machen neugierig auf die Begegnung mit der Religion. Und sie werfen Fragen auf: Was bedeutet Glauben für mich persönlich? Welches Bild habe ich von Gott? Was ist mir heilig?

Die Wallfahrten, etwa die zum Süchtelner Heiligenberg, und die Exerzitien stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die noch bis zum 28. Februar zu sehen ist. Im Viersener Salon in der Villa Marx, Gerberstraße 20 in Viersen, erhalten Besucher einen umfassenden Einblick in die Irmgardis-Verehrung. Sie erfahren auch, wie die Kapelle Klein-Jerusalem in Neersen entstand und wie sie zur Vermittlung religiöser Inhalte genutzt wurde. Geöffnet ist die Ausstellung donnerstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Unter dem Motto "Glaube, Hoffnung, Liebe" zeigt das Venrays Museum in Venray, Eindstraat 8, vom 29. Januar bis zum 29. Mai in einer Ausstellung religiösen Zierrat. Damit geht die Präsentation auch der Frage nach, was Zierrat eigentlich ist. Ein schöner Gegenstand, etwas aus kostbarem Material - aber auch etwas, das eine besondere Geschichte hat, etwas, mit dem der Eigentümer etwas verbindet. Geöffnet ist das Museum mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet vier, für Kinder von sechs bis 15 Jahren zwei Euro.

Das kultur- und stadthistorische Museum in Duisburg, Johannes-Corputius-Platz 1, zeigt noch bis zum 20. März seine Ausstellung "Häuser der Weisheit - Wissenschaft im goldenen Zeitalter des Islam". In Bagdad wurde im 9. Jahrhundert ein "Haus der Weisheit" gegründet, in dem ein Kalif wissenschaftliche Texte der Antike ins Arabische übersetzen ließ. Ab dem 10. Jahrhundert gelangten die Schriften nach Europa. Für die damaligen Gelehrten stellten sie einen unfassbaren Schatz dar. Zahlreiche Exponate wie Modelle und Experimentalanordnungen aus dem 9. bis 13. Jahrhundert machen die wissenschaftliche Erkenntnisse der damaligen Zeit für Besucher anschaulich und erlebbar. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, für zwei Erwachsene und Kinder zehn Euro. Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Andrea Gropp, bietet am Sonntag, 24. Januar, 14 Uhr, eine Führung an, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Die Geschichte der Mennoniten in Krefeld beleuchtet die Ausstellung "Vom Krähenfeld zur Seidenwelt" im Haus der Seidenkultur, Luisenstraße 15. Um 1650 kam der mennonitische Leinenhändler Adolf von der Leyen aus Radevormwald nach Krefeld. Er gründete die erste Seidenweberei. Nachfolgende Generationen bauten das Gewerbe aus, weitere mennonitische Familien ließen sich nieder. Die von der Leyens stellten Pastöre ein, stifteten ein Armenhaus und bedachten auch andere christliche Gemeinden mit Spenden. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sympathisierten sie mit den Ideen der Aufklärung und trugen so zum geistigen Klima in der Stadt bei. In Krefeld bildeten sich Lesegesellschaften, auch eine Freimaurerloge entstand. Die Ausstellung ist bis zum 31. Januar zu sehen. Geöffnet ist mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet vier Euro. Öffentliche Führungen gibt es am ersten und dritten Sonntag im Monat um 14 Uhr, die Teilnahme kostet drei Euro. BIRGITTA RONGE

Quelle: RP
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