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Niederkrüchten
Zieht Rewe auf den Adolph-Kolping-Platz?

Niederkrüchten: Zieht Rewe auf den Adolph-Kolping-Platz?
Festlich ging es im August 2013 in Elmpt zu, als der bis dahin anonyme Kirmesplatz nach Adolph Kolping benannt wurde. Dort erinnert ein Schild an den Sozialreformer und Seelsorger. FOTO: Heike Ahlen
Niederkrüchten. Die SPD hält den von Rewe favorisierten Kirmesplatz für ungeeignet, die FDP schlägt einen Standort im "Heineland" vor. Von Heike Ahlen

Die Frage, ob Rewe in Elmpt einen Vollsortimenter bauen soll, beschäftigt die Politik. Hintergrund sind die Planungen, an der Mönchengladbacher Straße einen neuen Edeka-Markt zu errichten. Denn im März 2016 soll der bisherige Edeka-Markt am Laurentiusmarkt geschlossen werden. Die Verkaufsfläche von nur gut 600 Quadratmetern ist dem Unternehmen zu klein geworden, der Betrieb eines zeitgemäßen Marktes sei hier nicht mehr möglich, hieß es. Deshalb wurde der auslaufende Mietvertrag nicht verlängert.

Bislang hatte es sich immer so dargestellt, als ob es neben einem Investor, der für Edeka bauen will und den Standort an der Mönchengladbacher Straße ausgesucht hat, keine Interessenten gebe. In der vergangenen Woche räumte Bürgermeister Herbert Winzen auf Nachfrage im Planungsausschuss ein, dass es doch Kontakte zu Rewe gegeben habe. Allerdings sei der vom Unternehmen favorisierte Standort auf dem Adolph-Kolping-Platz absolut undiskutabel, es habe keine weiteren Gespräche gegeben.

Das Unternehmen hatte sich daraufhin Ende vorletzter Woche mit einem Schreiben an die Politik gewandt. Die CDU hatte gestern Abend nach Redaktionsschluss ein Gespräch mit einem Unternehmensvertreter.

Die FDP sprach Ende vergangener Woche mit ihm. "Rewe favorisiert ganz klar den Adolph-Kolping-Platz", sagt FDP-Fraktionschef Lars Gumbel. Hans-Jürgen Gründler sei für die Partei mit dem Rewe-Vertreter unterwegs gewesen. "Er hat ihm dabei auch den Standort gezeigt, den wir für geeignet halten", so Gumbel.

Der liege im geplanten Neubaugebiet "Heineland" in der Nähe der Feuerwehr. Auch kurz angesehen habe man das Gelände des ehemaligen Naafi-Shops. Das scheide aber aus, weil eine Anfahrt dorthin für die Zulieferer über die Schulstraße führen müsste, was nicht möglich sei. "Aber im Heineland wäre eine gute Anbindung für die Senioren da, für die Wohnraum in diesem Bereich entstanden ist", sagt der FDP-Fraktionschef. Außerdem sei diese Stelle auch von Overhetfeld aus gut zu erreichen.

Die SPD sucht kein eigenes Gespräch mit dem Unternehmen. "Es freut uns, dass verschiedene Anbieter ein Interesse an der Errichtung eines Marktes in Elmpt haben. Unser Ziel, die dauerhafte wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, ist realisierbar", so der Ortsvereinsvorsitzende Marco Goertz. Allerdings teile man die Einschätzung des Bürgermeisters, der Wunsch-Standort Adolph-Kolping-Platz sei "nicht zu realisieren".

Dagegen spreche, dass er in einem Wohngebiet liege, als Parkplatz bei Veranstaltungen im Bürgerhaus und als Platz für die Schützenbruderschaft benötigt werde. Zudem erscheine der SPD das Gelände zu klein, es gebe, wenn ein Markt mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche gebaut werde, keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr. Gleichwohl kritisiert die SPD Bürgermeister Winzen dafür, dass er nach der Anfrage des Rewe-Investors im Rathaus die Politik nicht unmittelbar informiert habe.

Die Sozialdemokraten haben nun den Antrag gestellt, den Rewe-Investor zu einer öffentlichen Sitzung in den Planungs-, Verkehrs- und Umweltausschuss, den Haupt- und Finanzausschuss oder den Rat einzuladen. "Es ist wichtig, alle entscheidungserheblichen Punkte mit allen Entscheidungsträgern zu diskutieren und auch die Verwaltung unmittelbar mit einzubeziehen", so Goertz. Auch die Öffentlichkeit sei da zugelassen.

Quelle: RP
 
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