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Viersen
Zirkusprojekt für mehr Selbstbewusstsein

Viersen: Zirkusprojekt für mehr Selbstbewusstsein
Michael Held hofft, dass die Schüler am Ende der Woche mit einem Lächeln und gestärkt nach Hause gehen. FOTO: Jörg Knappe
Viersen. Gerade dreht sich in der Gemeinschaftsgrundschule Dülken alles um den Zirkus. Am Wochenende geben 280 Kinder vier Vorstellungen Von Jannetta Janssen

Ohne Fleiß kein Preis - das wissen die Erst- bis Viertklässler und üben deshalb fleißig Zaubertricks, Jonglieren in der Manege oder Laufen über ein Nagelbrett. Aaliyah ist elf Jahre alt und wird zur Akrobatin. "Wir müssen uns auf zwei Leitern stellen, mehr verrate ich nicht", sagt das Mädchen und lacht.

Im bunten Scheinwerferlicht stehen und viel Applaus bekommen. Das wünschen sich hier alle Zirkusteilnehmer. Dieses Projekt wird nur alle vier Jahre an der Grundschule Dammstraße in Dülken umgesetzt. Der Grund: "Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 11.000 Euro", sagt Schuldirektorin Hiltrud Bock. Doch die Investition habe sich gelohnt.

David Selle ist Zirkuspädagoge und reist mit dem Circus Tausendtraum durch ganz Deutschland. Er merke, dass das Thema "Schulzirkus" immer mehr an Beliebtheit gewinne, berichtet er. Wichtig ist dem Zirkusdirektor, dass nach der Woche alle zufrieden sind: "Die Herausforderung ist, dass 280 Kinder am Ende mit einem Lächeln und gestärkt hier rausgehen." Mit ihrem Programm versuchen er und andere Zirkuspädagogen, den Schülern mehr Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit vermitteln. "Die Kinder lernen, als Gruppe zu arbeiten, das stärkt auch das eigene Selbstwertgefühl", sagt auch Bock.

Die Kinder üben gemeinsam: vom Erst- bis zum Viertklässler wird hier zusammengearbeitet. Vor der Finanzierung des Zirkusprojektes standen mehr als ein Jahr Arbeit. "Wir haben an Spendenwahlen teilgenommen, eine Sponsorenwanderung gemacht, und auch der Eintritt aus allen Vorstellungen geht an den Zirkus", sagt Bock. Wenn die Schulleiterin in die Gesichter ihrer Schüler schaut, weiß sie, dass sie alles richtig gemacht hat: Schüchterne Kinder blühen plötzlich auf, berichtet sie: "Kinder mit Lernschwierigkeiten stehen auf einem Ball und machen Akrobatik, sind total bei der Sache."

Die Zauberer wollen ihre Tricks natürlich nicht verraten. Daniel Blunk ist der Projektleiter und zeigt den Erst- bis Viertklässlern, wie sie die Tricks richtig vorbereiten und durchführen. Die Zauberer sind bei ihren Übungen hochkonzentriert, bei den Clowns geht es dagegen wild und ausgelassen zu. Im Zirkuszelt am Hochfeldweg ist bereits alles vorbereitet: Am Wochenende zeigen die Kinder in vier Vorstellungen, was sie alles in der vergangenen Woche gelernt haben. Der Platz auf dem Gelände der Grundschule reichte für das große Zelt, in das 400 Besucher passen, nicht aus. Zu ihren Übungsstunden werden die Kinder daher mit dem Bus zum Zelt gefahren oder üben in den Klassenräumen und in der Turnhalle.

Zwei Tage Zeltaufbau liegen hinter dem Team vom Circus Tausendtraum. "Der Abbau dauert hingegen nur wenige Stunden", erzählt David Selle. Dabei packen viele der Eltern mit an. Und auch während der Projektwoche helfen bereits viele fleißig mit: "Da geht ein großer Dank an die Eltern, die unterstützen uns sehr", sagt Schulleiterin Bock.

Marie (6 Jahre) und Ben (9 Jahre) sind schon sehr aufgeregt. Die Kinder sind eben alle unterschiedlich alt und müssen sich in der Gruppe mit allen anderen zurechtfinden. "Die Großen helfen uns, wenn wir nicht weiter wissen", sagt Erstklässlerin Marie. Noch ist ihr die Manege etwas fremd, und ans Scheinwerferlicht müssen sich die Schüler noch gewöhnen. "Im Rampenlicht zu stehen, ist für die meisten eine ganz aufregende Sache", sagt die Schulleiterin. Auch sonst dreht sich in der Schule alles um das Thema Zirkus: Die Kinder basteln, machen Masken, drehen einen Zirkusfilm und üben ihr Zirkuslied.

Die Schule möchte die Schüler mit einer Überraschung am Ende belohnen. "Ich möchte noch nicht verraten, was es ist, aber es ist eine tolle Erinnerung an eine tolle Woche", sagt Bock mit einem Lächeln.

Quelle: RP
 
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