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Viersen
"Zug der Erinnerung" soll in Viersen halten

Viersen: "Zug der Erinnerung" soll in Viersen halten
Der Viersener Grünen-Politiker Reiner Neuß ist Initiator der "Allianz Zug der Erinnerung". FOTO: RPO
Viersen. In der Kreisstadt haben Bürger eine Initiative gestartet, um den so genannten "Zug der Erinnerung" nach Viersen zu holen. Der Zug erinnert mit einer Ausstellung an die Deportation von Kindern und Jugendlichen während des Nationalsozialismus' aus Deutschland und Europa in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Von Andreas Reiners

Seit mehr als drei Jahren ist die rollende Ausstellung unterwegs und macht an Bahnhöfen Station. Nun soll der "Zug der Erinnerung" Ende Mai nächsten Jahres einen dreitätigen Aufenthalt am Bahnhof Viersen einlegen. Die Initiative zu der Aktion geht von dem Viersener Grünen-Politiker Reiner Neuß aus.

Heute Treffen in Süchteln

Neuß hat in den vergangenen Wochen bereits eine Reihe von ehrenamtlichen Mitstreitern gewinnen können, die das Projekt nun gemeinsam vorantreiben wollen. Am heutigen Montag, 20. September, findet ein weiteres Treffen um 19.30 Uhr im "Blauen Salon" des Tendyckhauses in Süchteln (Propsteistraße) statt. Eingeladen wurde auch der Vorsitzende des Vereins "Zug der Erinnerung", Hans-Rüdiger Minow. Er wirbt seit Jahren für den Zug. Mehrere hunderttausend Besucher haben die beeindruckende Schau bereits gesehen. Nun soll der Zug an den Niederrhein rollen. Im Mai nächsten Jahres sind Haltepunkte in Krefeld, Mönchengladbach sowie in den Kreisen Neuss und Heinsberg geplant. Reiner Neuß und seine Mitstreiter – Mitglieder von kirchlichen Organisationen, Friedensgruppen oder die Grünen im Kreis Viersen – unterstützen das Ansinnen.

Allianz gegründet

Eine "Allianz Zug der Erinnerung" wurde gegründet, der interessierte Bürger beitreten können. Berufsschullehrer Neuss will vor allem Kinder und Jugendliche über die Schulen für die Ausstellung und das Thema Deportation sensibilisieren. Seine Initiative will begleitend zum Zughalt Recherchen über deportierte Kinder aus dem heutigen Kreis Viersen vornehmen und veröffentlichen.

Die Ausstellung im Zug, der aus zwei Waggons besteht, ist multimedial aufgebaut. Die Besucher können sich aktiv mit der Thematik auseinandersetzen. An Computern und mit Büchern können sie sich auf Spurensuche durch die Geschichte der Deportation von Kindern und Jugendlichen begeben und ihre Ergebnisse auf dafür vorgesehenen Tafeln festhalten. Die Tafeln werden in den Waggons aufgehängt. Die Deportation wird an beispielhaften Biografien dargestellt. Schwerpunkt der Ausstellung ist das damalige Geschehen in Deutschland. Dabei wird auch die Rolle der ehemaligen Reichsbahn bei der Deportation kritisch beleuchtet.

Die Aktion ist mit erheblichen Kosten verbunden, weil die Deutsche Bahn AG für den jeweiligen Zughalt eine Gebühr verlangt. Etwa 4000 Euro soll der Standplatz auf dem Gleis pro Tag kosten. Eine Summe, die die Initiative über Spende aufbringen will.

Quelle: RP
 
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