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Viersen
Zukunft des Insektenbrunnens ungewiss

Viersen: Zukunft des Insektenbrunnens ungewiss
Der Brunnen des Aachener Künstlers Bonifatius Stirnberg in der Fußgängerzone sorgt weiterhein für Diskussionen. FOTO: Busch
Viersen. Nutzung als Trinkwasserspender kostet 25.000 Euro. Die Verwaltung denkt weiterhin über einen neuen Standort nach. Von Joachim Niessen

Die Debatte um den richtigen Standort des Insektenbrunnens auf der Viersener Hauptstraße sowie eine in unmittelbarer Nachbarschaft stehende Platane geht in die nächste Runde. Heute will sich der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Klimaschutz des Rates der Stadt wieder mit dem Thema befassen.

Über die Fläche um den als "Bienenwabenbrunnen" bekannten Brunnen des Aachener Künstlers Bonifatius Stirnberg in der Fußgängerzone, Ecke Lindenstraße/Hauptstraße hat die Viersener Politik schon so manche Entscheidung getroffen. Hintergrund sind Verschmutzungen durch Tauben- und Dohlenkot, da sich der Brunnen im Radius einer Platane befindet, die Vögel als Ruheplatz nutzen. Von der Fällung des Baumes, über eine Umsetzung des Brunnens bis zum Bürgerentscheid - die kleine Wasserquelle sorgte bei Politik, Verwaltung, Umweltschützern, Bürgern und Anwohnern bisher stets für hohe politische Wellen. Überraschend ruderte Mitte des Jahres die SPD im Rat der Stadt wegen der Platanenfällung in der Fußgängerzone zurück. Hatten die Sozialdemokraten im Fachausschuss noch angeregt, den Baum zu fällen und dafür auch eine Mehrheit erhalten, stellte sie später den Antrag, eben diesen Beschluss im Rat aufzuheben. "Die SPD hat einen Fehler gemacht und diesen eingestanden", so damals Christoph Saßen, Fraktionsvorsitzender der Linken. "Unser ursprünglicher Antrag hatte in erster Linie den Hintergrund, dass die Verwaltung Lösungen erarbeiten sollte, wie die Problematik der Verunreinigung des Brunnens gelöst werden kann", räumte im Juni die damalige SPD-Ratsfrau und heutige Bürgermeisterin Sabine Anemüller ein.

Tatsache ist: Die vor einiger Zeit durch die Stadt eingeführten neuen "Vergällungsmaßnahmen" greifen. Auf Ästen der Platane, die sich über dem Brunnen befinden, wurde ein "Vergällungsmittel" aufgetragen, das durch seine silikonartige Konsistenz die Vögel daran hindert, sich auf diesen Ästen niederzulassen.

Die jüngste Debatte um den Insektenbrunnen steht jedoch weiterhin in engem Zusammenhang mit der Frage, wie künftig mit der dort stehenden Platane umgegangen werden soll. Die Verwaltung hat die Situation untersucht und wird in der heutigen Sitzung unter anderem die Möglichkeit vorstellen, den Brunnen zu verlegen. Die Verlegung würde einschließlich der Maßnahmen, die erforderlich sind, um den Brunnen wieder als Trinkwasserspender zu nutzen, 25.000 Euro kosten.

Die Baurätin Beatrice Kamper schlägt aber nicht nur mit Blick auf die Kosten vor, den Brunnen zunächst nicht zu verlegen. Nach dem Einsatz von Vergällungsmitteln auf den Ästen der Platane seien die Verschmutzungen des Brunnens und seines Umfeldes durch Vogelkot so weit zurückgegangen, dass kein dringender Handlungsbedarf bestehe. Auch die Platane solle an diesem Standort erhalten bleiben. Sowohl der Baum als auch der Brunnen könnten dann Teil von Überlegungen zur künftigen Gestaltung der Fußgängerzone sein.

Hintergrund für diese Gedankenspiele der Verwaltung: In der Fußgängerzone stehen mittelfristig größere Baumaßnahmen an. Es müssen Leitungen und Rohre im Untergrund erneuert werden. Das könnte ein Anlass sein, eventuelle Veränderungen in der Fußgängerzone zu verwirklichen. Ob und wie das geschehen soll und kann, wird aber erst in Zukunft zu beraten und zu entscheiden sein. "Zum jetzigen Zeitpunkt geht es nur darum, nicht durch die Versetzung des Brunnens Kosten zu verursachen und Tatsachen zu schaffen, die eventuelle künftige Überlegungen beeinträchtigen könnten", so die Verwaltung.

Quelle: RP
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