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Brüggen
Zukunft für Modellflugsportler ungewiss

Brüggen: Zukunft für Modellflugsportler ungewiss
Die Mitglieder des Luftsportvereins Brüggen-Schwalmtal fürchten, dass das Fest zum nun 30-jährigen Bestehen des Vereins in der Happelter Heide das letzte gewesen sein könnte. Dort könnten Windkraftanlagen errichtet werden. FOTO: Busch
Brüggen. Seit 30 Jahren gibt es den Luftsportverein Brüggen-Schwalmtal in der Happelter Heide. Doch wie es weitergeht, ist unklar. Das hängt davon ab, welche Gebiete im neuen Regionalplan als Windkraft-Konzentrationszone ausgewiesen werden. Sollten Windräder dort aufgestellt werden, ist es vorbei mit dem Modellflugsport. Von Birgit Eickenberg

Für den Luftsportverein Brüggen-Schwalmtal könnte das Flugplatzfest jetzt das letzte auf dem großen Vereinsgelände gewesen sein. Denn das Gelände liegt mitten in einer für Windkraft ausgewiesenen Zone. Sollten tatsächlich eine oder mehrere neue Windkraftanlagen dort aufgebaut werden, ist eine sinnvolle Nutzung des Geländes durch die Modellflieger kaum mehr möglich. Daher hat der Verein bei der Bezirksregierung Einspruch gegen die Planung eingelegt.

Schriftführer Jürgen Moors beschreibt: "Die Jets fliegen mit 350 Stundenkilometern, die machen nicht an der Grenze plötzlich halt. Segelflugzeuge müssen Thermik suchen, was immer nur großräumig möglich ist. Da fliegt man auch schon mal 500 Meter oder mehr raus." Er zeigt Fotos einer Firma, die die Luftverwirbelung sichtbar macht. "Die Windkrafträder werden immer größer, bis zu einer Höhe von 200 Metern soll laut Bürgermeister gebaut werden können. Die von den Rotoren verwirbelte Luft bildet eine Schleppe vom Siebenfachen des Rotorblattes. Durch die bestehende Anlage habe ich schon fast meinen Flieger verloren", erzählt Moors. "Wir haben Leute, die kommen einfach hier hin, um sich zu erholen. Auch das 'Wupp-Wupp' ist als Geräusch sehr nervig. Für die Modellflieger ist es ein Naturerlebnis, welches im Vordergrund steht. Ironischerweise darf in der Nachbarschaft von Golfplätzen keine Windkraftanlage gebaut werden, da wird das Naturerlebnis offiziell anerkannt." Je nachdem, wo eine Windkraftanlage gebaut werden würde, müssten die Vereinsmitglieder die Windrichtung und entstehende Verwirbelung berücksichtigen. "Sollten wir dann beispielsweise bei Südwestwind nicht mehr fliegen dürfen - und wir haben meistens Südwestwind hier - dann fallen 130 Flugtage im Jahr aus."

Die Gemeinde muss Konzentrationszonen ausweisen, dann ist die Erichtung von Windkraftanlagen außerhalb dieser Fläche nicht zulässig. Allerdings kann die Landesregierung auch anderer Meinung sein und Konzentrationszonen festlegen, sie muss nicht der Empfehlung der Gemeinde folgen. Es besteht grundsätzlich ein Rechtsanspruch, dass in diesen Zonen dann auch gebaut werden darf. "Wenn es eine endgültige Ausweisung von Flächen gibt, dann geht es schnell", sagt Vorsitzender Heinz Barden. Denn die Betreiber der Anlagen haben sich schon bei den Bauern vorgestellt. "Das dauert keine 48 Stunden, bis die Flächen dann vergeben sind."

Der Verein hat Herzblut, Zeit und Geld in das Gelände investiert. Bundes- und Landesmeisterschaften sowie Schulprojekte finden hier statt. In den Ferien gibt es Schnupperfliegen, der Verein wirbt an Schulen für das Hobby. In Schwalmtal können Jugendliche im Bastelkeller auch selbst Modellflieger bauen. "Bürgermeister Frank Gellen hat uns gebeten, uns mit dem Arbeitskreis Windenergie zusammen zu setzen. Und es sind nicht nur wir, die Probleme haben. Die Kollegen im Nettetaler Verein liegen auch in der Nachbarschaft einer Ausweisungsfläche", so Barden. Im gesamten Kreis Viersen könne kein Gelände mehr für Modellflugbetrieb bereitgestellt werden. Die Vereinsmitglieder hoffen, dass sich noch eine Lösung findet. "Die Beschlüsse der Landesregierung muss die Gemeinde umsetzen. Das müssen wir nun abwarten", sagt Moors. "Wir werden ,bis aufs Messer' kämpfen, denn wir haben alles zu verlieren."

Quelle: RP
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