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Kreis Viersen
Zum ersten Advent steht die Tanne

Kreis Viersen: Zum ersten Advent steht die Tanne
Rudolf und Yvonne Platen aus Tönisvorst/Kempen verkaufen Nordmanntannen und Blaufichten. Viele Kunden kämen immer früher, sagen sie. FOTO: Kaiser
Kreis Viersen. Neben den Last-Minute-Käufern entscheiden sich immer mehr Menschen früh für ihren Wunschbaum. Die Nordmanntanne ist bei stabilen Preisen unverändert der Star unter den Nadelbäumen Von Daniela Buschkamp und Birgitta Ronge

Für Günter Mevissen (55), Landwirt mit einem Hektar Tannenbaumkultur in Niederkrüchten-Elmpt, hat die Saison den ersten Höhepunkt bereits erreicht. "Immer mehr Familien holen ihren Weihnachtsbaum pünktlich zum ersten Advent. Sie stellen ihn statt eines Adventskranzes auf", beschreibt Mevissen.

Rund 5000 Bäume sind auf dem ein Hektar großen Areal von Mevissens Familienbetrieb zu zählen - vom Zwerg unter einem Meter Höhe bis zum Vier-Meter-Riesen. Für jede Deckenhöhe und für jeden Geldbeutel bietet der 55-Jährige passende Bäume. Neben Nordmanntanne, Blau- und Rotfichten ist die Nobilistanne Teil seines Sortiments. Der beliebteste Baum ist laut Mevissen unverändert die Nordmanntanne - ihr gehört deshalb zwei Drittel seiner Anbaufläche.

Was bei Gemüse oder Eiern ein Trend ist - nämlich der Kauf im nahegelegenen Hofladen - hat nun auch die Tannenbäume erreicht, weiß Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen: "Wie bei Lebensmitteln haben Regionalität und Nachhaltigkeit auch beim Kauf von Weihnachtsbäumen einen immer höheren Stellenwert." Die regionale Herkunft gelte als Zeichen von Frische, Qualität und nachhaltigem Anbau. Rund 1,2 Millionen Bäume werden im Rheinland angebaut. Laut Küskens mit steigender Tendenz.

Die Preise für Nordmanntanne, Blaufichte und Co bewegen sich Küskens zufolge auf einem stabilen Niveau: Pro Meter seien für eine Nordmanntanne zwischen 18 und 23 Euro zu zahlen, pro Meter für eine Blaufichte zwischen zehn und 16 Euro sowie pro Meter für eine Rotfichte zwischen sechs und zehn Euro.

Bei Rudolf und Yvonne Platen in Tönisvorst/Kempen wachsen jetzt einzig Blaufichten und Nordmanntannen auf der Kulturfläche, die 5000 Hektar groß ist. Der Familienbetrieb widmet sich seit 24 Jahren dem Tannenbaumverkauf: Neben den Eltern sind ein Sohn und beide Töchter aktiv. Auch wenn die Kunden die regelmäßig gewachsene, weiche, kaum nadelnde Nordmanntanne bevorzugen, so hat Yvonne Platen auch ein Argument für die Blaufichte: "Sie duftet einfach wunderbar nach Wald." Die Nordmanntanne sei geruchslos.

Für alle Nadelbäume gilt: Sie brauchen Pflege bis zum Weihnachtsfest. "Ein warmes Zimmer, Fußbodenheizung, kein Wasser - da fühlt sich der Baum doch wie auf dem Grill", warnt Günter Mevissen. Er empfiehlt nicht nur einen Standort entfernt von der Heizung, sondern auch regelmäßiges Wässern. "Ein Baum kann zwei Liter Wasser am Tag vertragen", sagt der Elmpter.

Und welcher Baum kommt bei ihm und seiner Familie in die gute Stube? "Der, der am 24. Dezember übrig bleibt", sagt Mevissen lachend. Im vergangenen Jahr sei der Ansturm derart groß gewesen, dass er sich auf den Dekorationsbaum beschränken musste.

Yvonne Platen wird auf eine Nordmanntanne blicken: "Meine Tochter hat sie ausgesucht." Platen rechnet damit, dass viele Kunden erst am Heiligabend zum Tannenkauf schreiten. Aber auch immer mehr Kunden kämen bereits im Oktober, um sich ihren Traumbaum zu reservieren. Denn selbst schlagen können sie ihn bei diesen Anbietern in Niederkrüchten und in Tönisvorst nicht - nur ins Auto laden.

Quelle: RP
 
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