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Niederkrüchten.
Zwei Apfelbäume für neuen Jugendtreff

Niederkrüchten.: Zwei Apfelbäume für neuen Jugendtreff
Ein Klinkerbau mit Flachdach und ein leuchtend roter Anbau: So sieht der neue "Treff 13" aus. Er wurde jetzt offiziell übergeben. Nun wird noch das Außengelände gestaltet, dafür siftete Bürgermeister Kalle Wassong zwei Bäume. FOTO: busch
Niederkrüchten.. Kicker, Billard, freies W-LAN und ein Außengelände, das nach den Wünschen der Jugendlichen gestaltet werden kann: Das bietet der rund 805.000 Euro teure Neubau des Jugendtreffs in Elmpt. Lucas (14) gibt ihm eine "glatte Eins". Von Jochen Smets

Janine Henning war zwölf, als sie das erste Mal den Elmpter Jugendtreff besuchte. 1998 war das, und die Einrichtung lag noch An der Wae. "Schon damals hieß es, dass das nur ein Provisorium sei, und dass bald ein neuer Jugendtreff gebaut würde", erinnert sie sich schmunzelnd. Nun ja, das Wörtchen "bald" erwies sich als dehnbarer Begriff. Der neue Jugendtreff ließ knapp 18 Jahre auf sich warten. Heute ist Janine Henning 29 Jahre alt und selbst Mutter. Dem "Treff 13" ist sie nun entwachsen - aber dennoch vom neuen Jugendtreff in Elmpt begeistert: "Hier gibt es ganz andere Möglichkeiten."

Im Vergleich zum 1995 eröffneten Ein-Raum-Jugendtreff bietet der Neubau mit 285 Quadratmeter Nutzfläche jede Menge Platz. Herzstück ist der 100 Quadratmeter große Multifunktionsraum mit Kicker, Billardtisch, Küchenbereich mit Theke und einer gemütlichen Sitzecke. Der Werkraum eignet sich für kreative Angebote und Gruppenbesprechungen. Im Büro von Einrichtungsleiterin Anne Lödorf-Zühlke gibt es Rückzugsmöglichkeiten für ein Vier-Augen-Gespräch. Für die mobile Kinder- und Jugendarbeit (Streetwork), die Alexandra Jansen betreut, sind in einem gesonderten Trakt ein Büro und ein Besprechungsraum eingerichtet.

Dazu gehört auch ein rund 1000 Quadratmeter großes Außengelände. Dies soll nun Schritt für Schritt nach den Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen hergerichtet werden. Überhaupt haben die Jugendtreff-Besucher beim Umzug und der Gestaltung des neuen Domizils kräftig angepackt. Die gesprayten Kunstwerke an den Wänden sind das Resultat eines Graffiti-Workshops. Auch freies W-LAN gibt es.

Optisch ist der neue Jugendtreff ebenfalls ein Gewinn. Die Architekten der Schmitz Ingenieurgesellschaft mbH haben einen grau verklinkerten Flachdachbau entworfen, über dem sich ein zweiter, leuchtend rot verkleideter Baukörper erhebt. Dessen Pultdach verleiht dem Komplex Spannung und Dynamik. Zur Straße hin werden in einigen zwei Apfelbäume Schatten und Vitamine spenden. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat und die Schmitz Ingenieurgesellschaft spendeten zwei Jungbäume der lokal verwurzelten Sorte "Schöner von Elmpt" - eingepflanzt hat sie Bürgermeister Kalle Wassong persönlich.

Der zeitgemäße Treff 13 sei ein wichtiger Beitrag, "Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden zu begleiten", so Wassong. Pastor Wolfram Weihrauch meinte, das neue Haus biete die Chance, Brücken zu bauen - über soziale, nationale, sprachliche und religiöse Grenzen hinweg. Auch Kreisdirektor Ingo Schabrich verbindet damit große Hoffnungen: "Kinder und Jugendliche werden in den ländlichen Bereichen des Kreises aufgrund des demografischen Wandels allmählich zur Randgruppe." Hier könne der neue Jugendtreff wichtige Impulse setzen. Wichtig sei, dass die Politiker die Wünsche der Jugendlichen beachten.

Beim Treff 13 scheint die Politiker den Nerv der Zielgruppe getroffen zu haben. Die Stimmung bei der Eröffnung ist ansteckend fröhlich - und die Kinder und Jugendlichen nehmen ihren neuen Treff direkt in Beschlag: Der Kicker ist umlagert, in der Sitzecke fläzen sich Teenager und draußen auf dem Rasen wird Fußball gespielt. Lucas, der schon An der Wae einer der Stammgäste war, ist begeistert. Wenn er den alten und den neuen Jugendtreff in Schulnoten vergleichen würde, bekäme das Domizil an der Wae eine Drei, sagt der 14-Jährige. Und der neue Treff? "Eine glatte Eins."

Quelle: RP
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