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Viersen
Zwei Benefizkalender für Viersen

Viersen. Traditionell gibt der Verein für Heimatpflege Viersen einen Fotokalender heraus. Und auch der Süchtelner Organist Jürgen Schröder hat einen Kalender in den Handel gebracht. Wir haben uns beide Werke angesehen Von Ingrid Flocken und Martin Röse

Mit Kalendern ist das ja so eine Sache. Stehen sie in den Buchhandlungen, erinnern sie uns daran, dass dieses Jahr bald zu Ende geht. Und dass das Naturgesetz auch weiterhin gilt, dass jedes Jahr schneller zu Ende geht als das vorherige. Gleichzeitig wecken Kalender Vorfreude auf Kommendes. Ein ganzes neues Jahr. Mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Die Viersener haben bei Kalendern die Qual der Wahl. Mit dem Verein für Heimatpflege Viersen und dem Süchtelner Kunstlehrer und Organisten Jürgen Schröder gibt es, wie im Vorjahr, gleich zwei Anbieter von Benefiz-Fotokalendern. Die gute Nachricht: Bildstark sind beide, gewähren interessante Blicke auf mehr oder minder Bekanntes, taugen gut als treue Begleiter durch die Zeitläufte. Und noch etwas haben beide Kalender gemeinsam: Wer sie kauft, tut etwas für den guten Zweck.

Albert Pauly, Vorsitzender des Heimatvereins Viersen, war sich sicher: "Die Viersener kennen nicht alle Wasserlandschaften in ihrer Stadt." So setzte er sich mit dem Fotografen Stefan Kaiser zusammen, wie sie das Thema "Wasser-Landschaften und Bauwerke in Viersen" den Mitbürgern nahebringen können. Da bot sich der nächste Kalender an, der dritte von Kaiser fotografisch gestaltete und von der Druckerei Hölters gefertigte. Kaiser ging mit Fred Pollmanns vom Heimatverein auf Erkundung, und beide fanden 13 herausragende Motive rund um Wasser.

Das Titelbild zeigt das Jugendstilbad, weitere Bauwerke sind das ehemalige Hallenbad Kaiser-Friedrich-Bad in Dülken, das alte Wasserwerk in Süchteln und der "enthauptete" alte Wasserturm in Dülken. Kaiser achtete auf den Stand der Sonne beim Fotografieren, suchte sich Baumlücken, wartete, bis die kleinen Weiher ruhig dalagen. So entstanden traumhafte Bilder von Landschaften, die mitten in der Stadt liegen wie die Bongartzmühle am Hammer Bach, die Hageau-Promenade am Nordkanal, die Kaisermühle, das Rintger Bruch und die historischen Flachskuhlen 14 Ruete zwischen Dülken und Viersen. Morgennebel und Morgendämmerung, ein bedeckter Himmel und die aufgehende Sonne lockten Kaiser immer wieder hinaus, bis er die 13 Fotos im Kasten hatte.

Wie schon in den vergangenen Jahren übertrug Pauly den Druck der Familie Hölters, die auch diesmal die Gesamtkosten dem Heimatverein als Spende für die Skulpturensammlung überließ. Erst kürzlich urteilte die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer Reihe "100 Ziele in Deutschland": "Die Skulpturensammlung Viersen zählt zu den bedeutenden zeitgenössischen Skulpturenparks Deutschlands. Dank reicher Schenkungen sind rund um die Städtische Galerie im Park moderne Meisterwerke von Künstlern wie Anthony Cragg, Erwin Heerich, David Lauer ... oder Wang Du frei zugänglich."

Die Auflage des Kalenders beträgt 600 Stück, er ist ab sofort in den örtlichen Buchhandlungen, beim Verein für Heimatpflege Viersen und im Viersener Salon in der Villa Marx erhältlich, er kostet 14,90 Euro. Interessenten sollten nicht zu lange warten, denn erfahrungsgemäß ist der Kalender schon binnen weniger Wochen ausverkauft.

Etwas kleiner im Format - exakt DIN A3 -, dafür etwas günstiger im Preis (zehn Euro) ist der Kalender von Jürgen Schröder. Viele kennen ihn als Organist der Johanniskirche. Im vergangenen Jahr brachte der 48-Jährige erstmals einen Fotokalender auf den Markt, zeigte Luftbildaufnahmen aus dem Kreis Viersen. "Ich hatte mir im Frühsommer einen Quadrokopter zugelegt und Impressionen aus Viersen und Umgebung aufgenommen." Für seinen neuen Kalender hat sich Schröder auf den Bereich Süchteln konzentriert. Luftbilder finden sich zwar auch in dem Kalender, aber nicht nur. Sie zeigen den Süchtelner Marktplatz in der Mittagssonne, die Vegetation an der Niers im Hochsommer, die Irmgardis-Kapelle von innen und außen... Dabei trifft der Kunstlehrer immer den richtigen Ton, fängt häufig eindrucksvolle Lichtstimmungen ein. "Schon als Kind habe ich mit dem Fotografieren begonnen", erklärt er.

Den Verkaufserlös spendet Schröder an den Tierschutzverein Notfelle Niederrhein. "Wir haben selbst Katzen und haben auch schon mal den einen oder anderen Igel aufgepäppelt", berichtet er. "Dabei hat uns der Verein Notfelle sehr geholfen." Rund 1700 Euro kamen aus dem Verkauf seiner 2016er-Kalender zusammen - nicht zuletzt, weil viele Leute auch mehr als die zehn Euro gaben. "Den Druck in einer Berliner Druckerei habe ich privat vorfinanziert", berichtet Schröder. Druckauflage: 100 Exemplare.

Ob Wasser oder Süchteln - falsch machen können Kalenderkäufer nichts. Die Bilder sind toll, der Zweck ist gut. Und vielleicht gibt's ja auch Platz für zwei Kalender...

Quelle: RP
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