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Niederkrüchten
Zwei Jahre dauern Planung und Bau

Am Tag danach war Reiner Schnitzler immer noch aufgebracht. "Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", sagte der Pächter des Edeka-Markts in Elmpt. Sein Pachtvertrag endet am 30. Juni 2016. "Dass der Rat über einen Bürgerentscheid hinweggeht, als hätte er nie stattgefunden, ist ungeheuerlich", meinte er. Für ihn ist der Umgang mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids keine rechtliche, sondern eine moralische Frage: Die Politik habe vorher gesagt, sie werde das Ergebnis des Bürgerentscheids akzeptieren. "Jetzt tut sie es doch nicht." Seine 25 Mitarbeiter im Elmpter Edeka-Markt seien "tief getroffen und sehr niedergeschlagen", so Schnitzler.

SPD-Fraktionschef Wilhelm Mankau sprach am Tag nach dem Ratsbeschluss von einer "historischen Katastrophe" für die Gemeinde. Eine Zentrumsentwicklung in Elmpt sei nun nicht mehr möglich. Zudem werde der Standort Heineland mehr Verkehr in die Ortslage ziehen. Mit Blick auf die Mitarbeiter von Edeka und Achten meinte Mankau, es sei "absolut unverständlich, wie man die Leute so im Regen stehen lassen kann". Die SPD werde die Entscheidung auf Rechtmäßigkeit prüfen lassen, kündigte Mankau an. Wenn sie auf rechtlich sicherem Fundament stehe, werde die SPD das weitere Verfahren konstruktiv begleiten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Hommen war ebenfalls nicht in Feierlaune. "Ich bin nicht glücklich mit diesem Beschluss", sagte er im RP-Gespräch. Die erhoffte Befriedung sei nicht eingetreten. "Wir haben nicht annähernd einen Konsens in der Bevölkerung." Hommen wäre eine Vertagung lieber gewesen, um in Ruhe prüfen zu lassen, ob der Standort Mönchengladbacher Straße überhaupt genehmigungsfähig sei. Dass die Verantwortung nach dem gescheiterten Bürgerentscheid wieder beim Rat liege, sei jedoch ein Automatismus und ein ganz normales Verfahren.

Bürgermeister Kalle Wassong, der in der Standortfrage stets betont neutral geblieben war, will den Ratsbeschluss nun "sachlich umsetzen". Die Verwaltung rechnet damit, dass das Planverfahren für das Heineland rund eineinhalb Jahre dauern wird. Danach könnte der künftige Betreiber des Marktes dort bauen. Ernsthaftes Interesse am Heineland hat bisher nur Rewe bekundet. Expansionsmanager Matthias Schmitz bekräftigte das. "Wir sind nach wie vor sehr interessiert." Ein Mietvertrag mit dem potenziellen Investor, der Schoofs Immobilien GmbH, sei bereits geschlossen - natürlich unter Vorbehalt der Genehmigung des Vorhabens. Schoofs-Projektentwickler Jens Jütten bezifferte die Bauzeit für den Rewe-Markt auf fünf bis sechs Monate.

(jos)
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