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Wassenberg
Abenteuer bei Ritter-Rallye ohne Navi

Wassenberg: Abenteuer bei Ritter-Rallye ohne Navi
Die Myhler Doris und Reinhard Kortmann starten als "Kortini-Rally-Team" (siehe Signet) bei der Tour "Knights of the Island" mit einem alten Audi A6 Avent von 1994. Denn das Besondere ist die Vorgabe, dass das Rallye-Fahrzeug mindestens 20 Jahre alt sein soll. FOTO: Kortmann
Wassenberg. Doris und Reinhard Kortmann aus Myhl starten im Mai in Brüssel zur großen England-Tour. Das Besondere der "Knights of the Island"-Tour ist die Verbindung von Spaß, Abenteuer und Charity-Projekten. Von Hans Groob

Die lange Reise, die im vergangenen Jahr zum Nordkap führte, ist für die in Myhl lebenden Eheleute Doris und Reinhard Kortmann in zweierlei Hinsicht unvergessen. Natürlich waren die Eindrücke, die die Skandinavien-Fans auf fast 8000 mit dem Auto zurückgelegten Kilometern, die sie bei Abstechern übrigens auch nach Finnland und Schweden führten, von den Menschen und der Landschaft geprägt.

Herausragend der Besuch der Nordkaphalle, dem norwegischen Informationszentrum auf dem knapp 300 Meter steil aus dem Meer aufragenden Hochplateau, das jährlich mehr als 200 000 Besucher aus aller Welt anlockt. Dazu gehörten auch die Teilnehmer der "Baltic-Rally", mit denen die Myhler ins Gespräch kamen, und bald feststellten, "dass große Reisen, zwar individuell mit dem eigenen Auto, aber dennoch irgendwie gemeinsam mit anderen Menschen, vielleicht doch mehr Spaß machen".

So erfuhren der 50-Jährige und seine sechs Jahre jüngere Ehefrau, die ihren Lebensunterhalt in Mönchengladbach als Buchhalter verdienen, von der in Hamburg ansässigen "Superlative Adventure Club GmbH", die verschiedene "Reisemodelle" im Programm hat, so unter anderem von München nach Lissabon, von Berlin nach Tiflis oder von Hamburg nach Wladiwostok, eine Indien-Tour, aber auch Städte-Events.

Und das Besondere an diesen organisierten Rallyes ist die Verbindung zwischen Spaß, Abenteuer und Charity-Projekten. Denn neben dem Startgeld muss jedes Team mindestens 500 Euro Spendengeld aufbringen, das dann zu 50 Prozent an eine vom "Adventure Club" benannte und zur anderen Hälfte an eine von den Startern ausgewählte Organisation geht. Da Doris und Reinhard Kortmann ("Kortini-Rally-Team") sich für die "Knights of the Island" auf der britischen Insel entschieden haben, gehen die Spendengelder an die SOS-Kinderdörfer und die "Deutsche Lebensbrücke", eine anerkannte Kinderhilfe.

Wie schon zu Zeiten von King Arthur führt "Knight of the Island" durch das Königreich auf von Hecken und Steinwällen gesäumten Landstraßen, Panorama-Drives, die sich dem Küstenverlauf entlang schlängeln, oder auf scheinbar ins Nichts führende Schotterpisten. So unterschiedlich die Straßen sind, auf denen die Teams die Vielfalt der britischen Insel entdecken, so eint sie doch eines: Überall wird links gefahren. Für die "Kortinis" und ihren eigens angeschafften Audi A6 Avant des Baujahrs 1994 (das Mindestalter des Rallye-Fahrzeugs muss 20 Jahre sein) ist das sicher gewöhnungsbedürftig, doch dabei setzen sie - leicht mystisch - auf das Kennzeichen HS-UK 2016, wobei UK für United Kingdom steht: "Da rollt der Wagen von alleine links", schmunzelt Reinhard Kortmann, der mit seiner Frau am 21. Mai nach Brüssel reist, wo die "Ritter-Tour" gestartet wird. Das Ziel liegt dann am 30. Mai in Edinburgh. In dieser Zeit geht es ohne Navigationssystem, ohne GPS und ohne Autobahn über die komplette Insel, durch Wales, England und Schottland. Die Idealstrecke verrät ein Roadbook, das die Myhler gemeinsam mit den anderen Startern (bisher 57) erst in Brüssel ausgehändigt bekommen. Erlaubt sind aber auch die guten alten Landkarten. Und genau mit diesen, ausgebreitet auf dem Wohnzimmertisch, bereiten sich Doris und Reinhard Kortmann jetzt in Myhl auf das Abenteuer vor.

Quelle: RP
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