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Wassenberg
Als "Bufdi" Orientierung gewinnen

Wassenberg: Als "Bufdi" Orientierung gewinnen
Sven Busch (4.v.l.) baute für die Kids verschiedenen "Olympia"-Stationen auf. Hier müssen sie in einer Minute so oft wie möglich einen Tischtennisball in einen der Becher platzieren. Melanie Palm (r.), Leiterin des Jugendzentrums, beobachtet die Disziplinen. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Nach dem Abitur vor einem Jahr wusste Sven Busch nicht, wohin ihn der berufliche Weg einmal führen würde. Als Bundesfreiwilliger hat er im Kinder- und Jugendzentrum Campanushaus wichtige Erfahrungen gesammelt. Von Anke Backhaus

Die Kinder rennen auf ihn zu. Die Begrüßung fällt sehr herzlich aus. Und dann kann es auch schon losgehen. Der gemeinsame Start in den Tag gelingt locker mit Spiel und Spaß. Diese Szenen sind nicht unüblich im evangelischen Kinder- und Jugendzentrum Campanushaus in Wassenberg. Sven Busch, der in der Einrichtung seinen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) leistet, kommt bei den Kids mit seiner unkomplizierten Art an.

Der 20-Jährige hat so etwas wie ein neues Kapitel in der Geschichte der Einrichtung geschrieben. Sven Busch ist der erste Bundesfreiwillige, der im Campanushaus seinen Dienst leistet. Für Melanie Palm, die die Einrichtung leitet, war es vor einem Jahr eine gute Entscheidung, diesen Weg zu gehen. "Wir hatten schon Erzieher hier, die hier ihr Anerkennungsjahr geleistet haben", erklärt sie. Nun wollte sie auch jungen Menschen eine Chance eröffnen, im Bundesfreiwilligendienst neue Perspektiven zu bekommen.

Im vergangenen Jahr hat der Birgelener Sven Busch an der Betty-Reis-Gesamtschule sein Abitur gemacht. Doch ihm fehlten konkrete Ideen, wie sich seine berufliche Ausbildung gestalten könnte. "Ich wusste eigentlich nur, dass ich studieren wollte", sagt er. Und es sollte etwas im Sozialen sein. Mit dem Beginn seines Bundesfreiwilligendienstes hoffte er im Sommer 2016, wichtige Erkenntnisse für seinen weiteren Lebensweg zu gewinnen.

Von Anfang an hat Melanie Palm den jungen Mann gefordert. "Ich war positiv überrascht, wie selbstständig ich arbeiten durfte. Auf einmal sollte ich Konzepte für Angebote schreiben", erzählt Sven Busch. Kein Wunder, denn Melanie Palm war ein Punkt im Zusammenhang mit seinem Einsatz im Campanushaus wichtig: "Es geht doch auch darum, seine Talente, die er mitbringt, herauszustellen und zu fördern." Dies gelang unter anderem im Schlagzeugprojekt, das großen Anklang bei den Kindern und Jugendlichen fand. "Ich bin im Musikverein Birgelen aktiv und konnte so meine Erfahrungen einbringen", erzählt Sven Busch. Neben der Musik ist Sport Buschs große Leidenschaft, darum zählte auch Skaten zu den Angeboten des Campanushauses unter Buschs Federführung. Aber auch die Arbeit ohne die Kinder und Jugendlichen zählte zu Sven Buschs Aufgaben, damit gemeint sind unter anderem all die administrativen Dinge, die der Alltag in einer solchen Einrichtung mit sich bringen. "Das hat mir sehr viel Praxiserfahrung gebracht, die mir zugutekommen wird. Da bin ich mir sicher."

Diese Praxiserfahrung will Sven Busch nun mit ins Studium nehmen. Er hat sich für Sonderpädagogik entschieden. Melanie Palm freut sich: "Der Bundesfreiwilligendienst ist also gut zur Orientierung. Das hat das Beispiel von Sven gezeigt." Die Leiterin der Einrichtung ist von der Arbeit von Sven Busch überzeugt - und will nun einem Nachfolger die Chance eröffnen, sich ebenfalls orientieren zu können. Busch hat schnell Nägel mit Köpfen gemacht und einen Kandidaten mitgebracht. Ein guter Freund, gerade frisch mit dem Abitur-Zeugnis der Betty-Reis-Gesamtschule ausgestattet, wird bald seinen Bundesfreiwilligendienst im Wassenberger Campanushaus beginnen. Und ganz bestimmt wird Melanie Palm in einem Jahr erneut sagen können: "Neben der Zusammenarbeit mit den Teamern ist auch die Arbeit mit den Bundesfreiwilligen eine echte Bereicherung für unser Campanushaus."

Quelle: RP
 
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