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Wassenberg
Auf Entdeckungstour im alten Wassenberg

Wassenberg: Auf Entdeckungstour im alten Wassenberg
Heimatvereinsvorsitzender Sepp Becker (li.) übergibt Bürgermeister Manfred Winkens einen der druckfrischen Bildkalender. FOTO: Jörg Knappe
Wassenberg. Der Heimatverein hat für 2016 zum zweiten Mal einen Kalender mit historischen Stadtbildern herausgegeben. Von Angelika Hahn

Die alten Wassenberg-Illustrationen und Fotos des Heimatvereins sind eine Fundgrube - aus der schöpft auch der zweite Bild-Jahreskalender "Historisches Wassenberg", der in 13 alten Stadtansichten das Jahr 2016 für Heimatfreunde verschönt.

Wieder sind (fast) alle Ortsteile in den Monatsblättern vertreten. Das erste (Titel) und letzte Blatt bilden Gemälde ab: Alt-Wassenberg von Jean Grothe (1905) kann als Original im Bürgermeisterbüro bewundert werden. Die Perspektive, in etwa von der heutigen Rurtalstraße aus gesehen, zeigt die Kohlernte in der ländliche Stadt. Das winterliche Wassenberg 1904 aus dem Pinsel von Leo Küppers, der zur bekannten Düsseldorfer Malerschule gehörte, schließt den Kalender auf dem Dezemberblatt.

Dazwischen Postkartenansichten Wassenbergs und viele historische Fotos, teils koloriert, was ihnen einen künstlerischen Anstrich gibt. Das Januar-Foto zeigt die Effelder Schule (heute Vereinshaus) im Einweihungsjahr 1929, der Februar führt zum Birgelener Mühlenweiher 1951. Im März sendet eine offensichtlich aus Zeichnungen erstellte Postkarte von 1902 einen "Gruss aus Myhl" - zu sehen sind das frühere Restaurant Heinrichs mit Festsaal, die Kreuzigungsgruppe auf dem Gnadenberg (heute Schwanderberg) und ein Landschaftsbild. Fotos vom früheren Bahnhof und der Graf-Gerhard-Straße um 1920 folgt ein Blick in die Kirchstraße, von der früheren Friedhofsmauer an St. Georg aus in Richtung Innenstadt aufgenommen. Heimatvereinsvorsitzender Sepp Becker verwies bei der Vorstellung des Kalenderblatts auf das dort zu sehende frühere Finanzamt, das, was nur noch wenige wissen, im Zweiten Weltkrieg die Kreisverwaltung (aus Geilenkirchen) aufgenommen hatte.

Weitere Impressionen auf Kalenderblättern: Rosengarten am Gondelweiher, Gut Kromland bei Schloss Elsum (1910), die Roermonder Straße mit den heute noch auffallenden Gründerzeitbauten Villa Nina (Stadtverwaltung) und Ärztehaus (gegenüber), eine Straßenszene an der Pumpe in Luchtenberg (1917) und die imponierende Sheddachlandschaft der Seidenweberei Kranen & Gobbers in der Oberstadt (1904) - zurzeit Thema der Schau im Bergfried - mit ihrer schlossähnlichen Front. Automobil und Pferdefuhrwerk zeigen hier die Kontraste der Zeit.

An die Zeit des "Luftkurortes Wassenberg" in den 1920er und 30er Jahren würde Bürgermeister Manfred Winkens übrigens gerne anknüpfen. Bei der Vorstellung des neuen Kalenders verriet er, man prüfe zur Zeit, ob die Stadt diesen Zusatz nach einer Ortskernberuhigung durch die B221-Umgehung wieder führen könne. Sepp Becker kündigte eine Ausstellung mit alten Ansichten zum "Luftkurort" im Bergfried an.

Der Kalender ist ab sofort für 17 Euro im Lädchen am Roßtor, bei Schreibwaren Tatli/Oberstadt und in der Media Ecke, Graf-Gerhard Straße, zu bekommen. Die ersten 60 Stück hat die auf alte Stadtansichten spezialisierte Kalender Manufaktur Verden jetzt ausgeliefert. Wer nicht sofort zum Zuge kommt, braucht aber keine Sorge zu haben. "Wir können pro Woche bei Bedarf jederzeit nachbestellen", kündigte Sepp Becker an.

Quelle: RP
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