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Wassenberg
Auf komischer Zeitreise mit Jürgen B. Hausmann

Wassenberg: Auf komischer Zeitreise mit Jürgen B. Hausmann
Der als Jürgen B. Hausmann auftretende Jürgen Beckers aus Alsdorf trifft stets brillant Mentalität und Sprache des Aachener Landes. FOTO: Uwe Heldens
Wassenberg. Zum fünften Mal folgte der Alsdorfer einer Einladung des Birgelener Trommlercorps. Und wieder war der Abend lange vorher ausverkauft. Von Daniela Giess

Irgendwo zwischen Dallas mit dem fiesen Öl-Baron J.R. Ewing und der heilen Welt im malerischen Glottertal, wo Chefarzt Dr. Brinkmann in der Schwarzwaldklinik das Skalpell ansetzte und sein gut aussehender Sohn Udo, verkörpert von Sascha Hehn, den Frauen nachstellte. Irgendwo in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist das Ziel der urkomischen Zeitreise, auf die Kabarettist Jürgen B. Hausmann seine zahlreichen Zuschauer in der ausverkauften Birgelener Mensa mitnimmt. Mit Biene Maja, Songs der Neuen Deutschen Welle à la Trio und Nena, kultigen Quizshows wie "Wetten, dass" mit Moderator Frank Elstner oder "Der große Preis" mit Wim Thoelke. Mit Serien wie "Bonanza", in der zu Beginn vier Cowboys durch eine brennende Landkarte ritten.

Der Alsdorfer (51), der am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen Latein, Griechisch und Geschichte unterrichtet, hält seinem Publikum einen Spiegel vor. Er erklärt in rheinischem Tonfall, dass ein neumodischer Smoothie eigentlich nur aus "zerpratschten Früchten" besteht. Oder dass wir Floskeln benutzen, ohne darüber nachzudenken: "Ich haue mich aufs Ohr" oder "Mir fällt gleich die Decke auf den Kopf".

Es geht dem Kabarettisten wieder gut. Seinen für den 27. Juni 2015 geplanten Auftritt hatte Hausmann - der eigentlich Jürgen Beckers heißt und sein Pseudonym wählte, um Verwechslungen mit dem bekannten Kölner Kabarettisten Jürgen Becker zu vermeiden - erstmal auf Eis legen müssen. Zusammenbruch, Depressionen, Burnout, ein ganzer Monat in einer Klinik in Neuss. In Birgelen schätzt man den gefragten Bühnen-Akteur, der wieder seinen musikalischen Partner Harald Claßen mitgebracht hat.

Schon zum fünften Mal folgt der Alsdorfer einer Einladung des Trommlercorps. Peter Weyermanns ist seit über 40 Jahren Mitglied, organisiert die Bühnenauftritte für seinen Verein, seit er Jürgen B. Hausmann vor sechs Jahren im Kölner Maritim bei einer Karnevalssitzung kennenlernte. "Die Veranstaltung in Birgelen ist immer innerhalb von drei, vier Wochen ausverkauft", erklärt Weyermanns stolz. Und weiter: "So wie er auf der Bühne ist, so ist er auch im richtigen Leben. Er spielt nicht, es gibt kein zweites Ich." Man duzt sich, hält freundschaftlichen Kontakt.

"Wie jeht et? Et jeht." - so hat Beckers, der schon als Kind eine Büttenredner-Karriere anstrebte und inzwischen auch außerhalb der fünften Jahreszeit von sich reden macht, sein aktuelles Bühnenprogramm genannt. Viele haben es bereits Ostermontag im Fernsehen gesehen, wollen Beckers jetzt live in Birgelen erleben.

Seine große Fangemeinde folgt ihm. Aus dem Sauerland, Bielefeld und Leverkusen, zählt Weyermanns auf, seien die Fans an diesem Abend angereist. Ohne Zugabe lassen sie Hausmann nach fast zweieinhalb Stunden nicht von der Bühne ziehen.

Peter Weyermanns bastelt derweil schon am sechsten Gastspiel: "Ostern oder Weihnachten wird Jürgen B. Hausmann wieder zu uns nach Birgelen kommen."

Quelle: RP
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