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Wassenberg/Myhl
Benefizkonzert für Schulbildung in Ghana

Wassenberg/Myhl: Benefizkonzert für Schulbildung in Ghana
Pater Gerald Tanye wirbt für das Benefizkonzert am Sonntag in der Myhler Kirche. Er freut sich über die Unterstützung der Musikvereine. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg/Myhl. Gemeindeseelsorger Pater Dr. Gerald Tanye unterstützt ein Schulgeld-Projekt in seiner armen Heimatregion im Nordwesten Ghanas. Von Angelika Hahn

Zu einem besonderen Benefizkonzert laden Myhler Vereine für Sonntag, 19. April, 17 Uhr, in der Kirche St. Johann Baptist Myhl ein. Sie wollen eine Initiative von Pater Dr. Gerald Tanye in seiner Heimatregion im Nordwesten Ghanas unterstützen. Tanye, der in der Erwachsenenbildung der Steyler Missionare im Steyler Missionshaus arbeitet, aber auch seit einigen Jahren Seelsorgeaufgaben in der Pfarrei St. Marien Wassenberg übernimmt, möchte die Schulbildung in seiner recht armen Heimatregion fördern und Familien, die das Schulgeld nicht allein tragen können, unterstützen.

Mitwirkende beim Benefizkonzert sind der Quartettverein Myhl unter der Leitung von Hermann-Josef Kitschen, die Mandolinenspielschar Myhl unter der Leitung von Martin Wallraven und der Kirchenchor Myhl, dirigiert von Bärbel Krappen. Die Orgel spielt Jürgen Hausmann. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden sind jedoch erwünscht. Sie kommen in voller Höhe dem Schulgeldprojekt zugute.

Denn obwohl Ghana Schulpflicht bestehe, so erzählt Pater Tanye, hätten viele Familien nicht die finanziellen Möglichkeiten, ihren Kindern eine angemessene Ausbildung zu ermöglichen. Tanye selbst stammt aus einer Familie mit acht Kinder und bedauert, dass zwei Schwestern von ihm nicht zur Schule gehen konnten, weil die Eltern das Geld dafür nicht hatten. "Die meisten Menschen in unserer Region leben von der Landwirtschaft mehr schlecht als recht", sagt er. Etwa 5000 Einwohner zählt seine Heimatgemeinde Tampaala, die aus vielfach zerstreut liegenden Anwesen besteht. Rund sieben Kilometer Wegstrecke haben die Kinder zur Grundschule zurückzulegen, glücklich, wer ein Fahrrad besitzt.

Aber ein Umdenken sei im Gange. "Immer mehr Familien, begreifen, dass Bildung allen zugute kommt", sagt Tanye. Auch die Landarbeit profitiere vom Wissen etwa über nachhaltige Bewirtschaftung oder Einsatz von Maschinen vor dem Hintergrund der immer länger werdenden Dürreperioden. "Wenn ein Bauer nur Kraft hat und keine Bildung, bleibt er arm", sagt Tanye.

"Hilfe zur Selbsthilfe" lautet das Motto. Familien sollen nach Möglichkeit einen Beitrag leisten. Ein Team vor Ort sorgt dafür, dass das Geld an die richtigen Adressen kommt. "Es wählt die zu unterstützenden Kinder/Familien sorgfältig und bedarfsgerecht aus und hält die Familien dazu an, sich mit einem Anteil an den Ausbildungskosten zu beteiligen", erläutert Tanye. Ziel der Begleitung der Familien ist es, einen kontinuierlichen Schulbesuch der Kinder zu gewährleisten.

Dafür bürgt auch das "Dach", unter dem sich Pater Geralds Engagement vollzieht. Es ist ein Projekt der Steyler Mission mit dem Titel "Bildung: Saatgut gegen Armut und Not", das viele Förderer in Deutschland hat. Die Spenden aus Wassenberg kommen dabei aber direkt der Heimatregion von Pater Tanye zugute. Etwa alle drei Jahre besucht der Ordensmann seine Heimat, steht aber natürlich auch zwischendurch in engem Kontakt. 1998 kam Tanye als Diakon nach Deutschland, promovierte in Tübingen und wirkte seit 2010 in Steyl und Wassenberg.

Quelle: RP
 
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