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Wassenberg
Beschwingte Chorklänge im neugotischen Kirchenraum

Wassenberg. Der Jazzchor Mönchengladbach singt in Steinkirchen. Von Philipp Schaffranek

Als der Mönchengladbacher Jazzchor vor einem Jahr zum Wandern in der Wassenberger Region war, besuchten die Musiker die Martinuskirche. Beeindruckt von der Akustik der neugotischen Kirche freuten sich die Musiker darauf, ein Jahr später dort ein Konzert geben zu können. Es war ein verjazztes und beschwingtes Konzert. Dank seitens des Chores galt der Küsterfamilie Küppers, die auch dieses Konzert wieder vorbereitet hat.

Schnell schaffte der mit 35 Musikern angereiste Chor eine lockere fröhliche Atmosphäre. Das Konzert prägte eine Nähe der Musiker zum Publikum, das bei mehreren Stücken mitsingen durfte. Von hinten zogen die Musiker mit dem ersten Stück "Washing of the Water" in das Kirchenschiff ein. Sie umkreisten das Publikum und blieben in den Außengängen stehen. Von allen Seiten der Kirche klang der ruhige und langsame Jazzgesang des Stückes. Anschließend ging es unter Beifall in den Chorraum.

"Ich bin froh, dass sie so zahlreich hier erschienen sind und so wenig anhaben", sagte Chorleiterin Andrea Kaiser. Dass die Kirche an diesem heißen Sonntag restlos gefüllt war, war so nicht zu erwarten. Die leichtere Kleidung der Zuhörer wegen des Wetters schon eher. Kaiser erklärte die scherzhafte Anspielung dann gleich: "Je weniger sie anhaben, desto besser ist die Akustik." Diese Akustik nutze der Chor im folgenden Programm. Der Chor sang die Liebeslieder "I wish you love" und "Time after Time". Wenn nicht wie im ersten Stück a capella gesungen wurde, begleitete Manfred Heinen den Chor auf dem Klavier. Mit mehreren musikalischen Kniffen überzeugten die Musiker die Zuhörer. Das Volkslied "Die Gedanken sind frei" sang der Chor nicht im gewohnten Dreivierteltakt, sondern im Fünfvierteltakt. In diese Interpretation des Stückes waren dann noch Jazz-Elemente eingebaut. "Fantasy" der Band Earth, Wind & Fire und das Popstück "Happy" von Pharrel Williams interpretierte der Chor ebenfalls auf seine eigene Art. Die kam bei den Zuhörern gut an.

Stimmgewaltig wurde es bei der James Bond Titelmelodie "Skyfall". Dramatisch war Queens "Bohemian Rapsody", bei der vom Alt und Sopran strahlende Klänge zu hören waren. Die Tempowechsel zwischen den langsameren und schnelleren Teilen waren fließend, die Artikulation des Chors so gut, dass die Zuhörer jedes Wort verstehen konnten.

Bei den letzten beiden Stücken "Hallelujah" von Leonard Cohen und "People get ready" durften die Zuhörer im Refrain mit einstimmen. Das machten die gut gelaunten Zuhörer dann auch und zauberten den ebenfalls gut gelaunten Musikern damit ein noch größeres Lächeln auf die Lippen. Bei der Zugabe "Viva La Vida" von Coldplay umkreiste der Chor die Zuhörer wie bereits zu Beginn und verließ die Kirche anschließend unter großem Applaus.

Quelle: RP
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