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Karneval in Wassenberg
Bürgermeister gibt sich nicht so leicht geschlagen

Wassenberg. Bürgermeister Manfred Winkens wollte sich nicht kampflos geschlagen geben. Die Schlüssel zur Macht gab der erste Bürger der Stadt nur ungern ab. Für den Zugang zum Wassenberger Rathaus gibt es gleich drei Schlüssel. Jeweils einen erkämpften sich drei Karnevalsgesellschaften der Stadt, die KG Kongo, die Effelder Kaffeemänn und die Uschbecker Kisshase beim Roßtorsturm. Und obwohl sich die Karnevalisten bei der Machtübernahme als tapfere Kämpfer titulierten, brauchten sie im Regen einen Unterstand, wie auch die Herren der Verwaltung. Von Philipp Schaffranek

"Wir stehen hier erhobenen Hauptes, und auch wenn keiner glaubt es, kann jeder von uns stattlichen Recken, hunderte von Euch Narren in die Tasche stecken", stichelte Winkens gegen die nun höhnisch lachenden Narren. Diese nutzen die Gunst der Stunde und die zahlenmäßige Überlegenheit, um gegen die Politik des Verwaltungschefs zu wettern.

Zwar seien die Narren froh, dass der Bau der B221n nun beschlossen sei, doch durch die europaweite Ausschreibung würde der Bau Jahre dauern. "Es wird geackert tagein tagaus. Die Straße entsteht so schnell wie der Wind", sagte Winkens. 2018 werde die Straße fertig sein. "Nach der Fertigstellung der Straße, vernehmt dies, wird Wassenberg endgültig zum Paradies."

Für den Umbau des Bergfrieds gab es aus Orsbeck ein Lob für die Kommunalpolitik. Dennoch wollten die Narren wissen, wie diejenigen, die nicht so gut zu Fuß sind, in den Genuss der Aussichtsplattform kommen sollen. Ein Aufzug werde ja gebaut, entgegnete Jansen. "Ihr dürft den Aufzug natürlich nicht benutzen, Ihr dürft ab und zu mal die Glasscheibe putzen", konterte er.

Während es der KG Kongo um die Zukunft der Innenstadt ging und Winkens versprach, dass Wassenberg bald in der Gunst der Touristen steigen werde, ging es den Effelder Kaffeemänn um einen Zwist zwischen ihrer KG und dem Bürgermeister. Sie beklagten, dass Winkens trotz Versprechen nicht zur Karnevalssitzung der Kaffeemänn erschien. Winkens gab an, beim Winterkonzert des Musikvereins Birgelen gewesen zu sein. Für die Versorgung des Dorfes forderten die Kaffeemänn einen Supermarkt, Winkens verwies sie nach Rothenbach.

Dann war es allen genug des Wortgefechts. Bernd Jaegers, Präsident der KG Kongo, war das "Geschwafel" satt und wollte endlich die Macht ergreifen. Und so stürzten die Narren Winkens und herrschen nun über das Wassenberger Land. Bis Aschermittwoch haben sie nun das Sagen.

Quelle: RP
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