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Wassenberg
Chance, Gemeindeleben mitzugestalten

Warum sich im Ehrenamt einsetzen? Fördervereinsmitglieder sprechen über ihre Motivation.

Für die Runde der engagierten Fördervereinsmitglieder ist der Turm von St. Mariä Himmelfahrt, auch wenn die Kirche heute keine eigenständige Pfarrei mehr repräsentiert, ein Symbol für Heimat. Dafür lohne sich der Einsatz, da sind sich alle einig - die zumeist nicht nur im Kirchenförderverein, sondern auch in anderen Pfarrgruppierungen und örtlichen Vereinen aktiv sind (oder waren). Was motiviert sie dazu?

Vorsitzender Alex Dohmen (77), gebürtiger Erkelenzer und seit 1970 mit seiner Wassenberger Frau in der Oberstadt lebend, war 16 Jahre Stadtratsmitglied. Das Kirchenvorstandsmitglied hat den Förderverein mitgegründet, weil er "es nicht für sinnvoll hielt, dass von oben bestimmt wird, was unten geschieht. Ich bin gegen Obrigkeitsdenken in der Kirche. Der Verein bietet die Chance, mitzumischen und sich nicht überrollen zu lassen." Heimat sei für ihn, "Kirchenglocken läuten zu hören".

Richard Essers (72), wohl "der" Kenner und Pfarrchronist der Oberstadt, zugleich Ehrenbrudermeister, sagt kurz und prägnant: "Ich möchte den Ort, in dem ich lebe, mitgestalten helfen." Leonie Lindemann (80) kam aus Gerderath im Alter von drei Jahren nach Wassenberg. Sie hat die Entwicklung der Oberstadt von Kindesbeinen an mitgemacht und sich später, angeregt durch engagierte Eltern, vielfältig im Pfarrleben, aber auch darüber hinaus etwa im Sportverein DJK engagiert. Die legendäre Schwester Theopista habe sie schon in jungen Jahren zur Mitarbeit "verführt": Frauen- und Seniorenarbeit, Vorsitz im Pfarrgemeinderat, Gründung der Sternsingergruppe - nur wenige Stichworte für das vielseitige Wirken der Ehrenamtlerin. "Es hat immer Spaß gemacht", sagt sie. In Bochum, der Heimat ihres Mannes, wo sie zwischenzeitlich einmal fünf Jahre lebte, habe sie Heimweh bekommen. "Ich wollte wieder nach Hause in die Wassenberger Oberstadt."

Franz-Josef Bleilevens (62), Studiendirektor an der Marienschule in Mönchengladbach, sieht das Ehrenamt als Motor der Gesellschaft, ohne diesen Einsatz sei vieles undenkbar. Er schätzt die "schöne Weggemeinschaft" im Förderverein. Edelbert Essers (69) sagt: "Ich möchte gern helfen, wo Hilfe benötigt wird, und das erhalten, was wir hier aufgebaut haben." Dazu zählt für Essers - wie bei seinem älteren Bruder Richard - auch der Einsatz in der Bruderschaft mit rund 20 Jahren Vorstandsarbeit.

Beweis für die durchaus offenen Grenzen des Oberstädter Fördervereins sind Gregor Theißen (62), ein auch im Sport- und Musikleben des Nachbarortes engagierter "Myhler Jung", und Georg Bienen (57). Er lebt in der Wassenberger Unterstadt seit eh und je und ist unter anderem dort im Bruderschaftsvorstand aktiv. Aber aus Schulzeiten bestehe eine enge Verbindung zu den Gottesdiensten und der Jugendarbeit (CAJ) in der Oberstädter Kirchengemeinde, dessen Kirchenchor er auch angehört. Durch Pfarrer Heinz Portz kam er zum Lektorat in den Gottesdiensten der Pfarre.

(aha)
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