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Wassenberg
Deponie-Kleinanlieferplatz umgestaltet

Wassenberg: Deponie-Kleinanlieferplatz umgestaltet
Der Kleinanlieferplatz für Müll in Wassenberg-Rothenbach besitzt jetzt eine Rampe, über die Autos bis auf Höhe der Container an dieser heranfahren können: So werden die Rücken der Müllabladenden geschont. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Ein halbes Jahr lang konnten Privatleute nur die Deponie Hahnbusch ansteuern, jetzt ist in Rothenbach der Kleinanlieferplatz wieder offen. Eingebunden war die Maßnahme in einen Rekultivierungsabschnitt. Von Angelika Hahn

Nutzer des Kleinanlieferplatzes an der ehemaligen Deponie Rothenbach können seit Ende vergangener Woche nun ohne den früher gewohnten Rückstau (vor allem an Samstagen) und lange Wartezeiten ihren Abfall loswerden. Nach sechsmonatiger Schließung für den Umbau präsentiert sich der Kleinanlieferplatz jetzt erweitert und neu strukturiert. Nutzbar ist er - wie der Anlieferplatz der Deponie Gangelt-Hahnbusch - für alle Bürger aus dem Kreisgebiet.

Der Anfahrtsbereich hinter der Einfahrt, vorher Grünfläche, wurde um 5000 Quadratmeter asphaltiert verbreitert und kanalisiert, zudem bieten sich den Anlieferern jetzt vier statt bislang zwei über neue Rampen ansteuerbare "Abwurfstellen" (so lautet in der Tat der Terminus) für den Müll in die einzelnen, nach Müllsorten geordneten Container. Die gibt es für (überschaubare Mengen) Bauschutt, Siedlungsabfall, Sperrmüll, Altholz, Grünschnitt, Papier und Sonderabfälle (u.a. Metallschrott, Elektroaltgeräte) aus Privathaushalten und Kleingewerbe.

In der ersten Stunde der Neueröffnung kamen 30 "Kunden", die zügig von den Mitarbeitern der Firma EGN aus Viersen, der die Betriebsführung im Auftrag des Kreises obliegt, abgefertigt werden konnten. Natürlich werde der Andrang zu Stoßzeiten zunehmen, wenn sich die Wiedereröffnung herumgesprochen hat, da sind sich alle einig. "Allerdings wird sich auswirken, dass drei statt bislang zwei Mitarbeiter ab sofort täglich vor Ort sind", betonen Günter Kapell und Johannes Weuthen. Der Leiter des Amtes für Umwelt und Verkehr bei der Kreisverwaltung und sein Stellvertreter verfolgten am Eröffnungstag zufrieden den reibungslosen Ablauf. Nach Registrierung und Müllabwiegung werden die Anlieferer zum richtigen Containerplatz eingewiesen.

Entspannte Mienen auch bei den Mitarbeitern am Eröffnungstag: Denn sie freuen sich über ihren neuen geräumigen Büro- und Sozialcontainer mit Dusche und Küche.

Das Bauvorhaben in der 2005 geschlossenen Mülldeponie des Kreises - einer früheren Kiesgrube und Müllkippe der Stadt Wassenberg - wurde kombiniert mit einem weiteren Schritt der vielstufigen Rekultivierung der Deponie. Die Baumaßnahme auf rund 10.000 Quadratmetern umfasste zugleich den letzten noch nicht zwischenabgedichteten Deponieabschnitt in Rothenbach. Der Auftrag des Kreises an die Viersener Firma WMT (Engineering & Service GmbH) umfasste die endgültige Oberflächenabdichtung samt Anpassung des Anlieferplatzes und den Anschluss der Oberflächenentwässerung an die Ortskanalisation. Johannes Weuthen hat auch die Zahlen parat: 850.000 Euro betrug der Kostenumfang des Projektes. 100.000 Euro investierte der Kreis zudem in den Sozial-Container fürs Personal.

Rekultivierungen ehemaliger Mülldeponien folgen heute strengen umwelttechnischen Vorgaben, sind halbe "Jahrhundertwerke". Die Gesamtfläche der Deponie Rothenbach beträgt 25 Hektar, 10.000 Hektar wurden in den vergangenen zehn Jahren seit der Schließung bereits rekultiviert. 15 Hektar folgen noch. 2032 wird nach aktuellen Schätzungen die Rekultivierung beendet sein.

1975 übernahm der Kreis die Deponie Rothenbach von Wassenberg. Bis 1997 wurden auf der Deponie Haus-, Gewerbe- und Sperrmüll sowie allgemeine Abfälle der Städte Erkelenz, Hückelhoven, Wegberg, Wassenberg und Teilen der Stadt Heinsberg entsorgt. Nach Verfüllung der Deponie Hahnbusch war Rothenbach von 2000 bis 2005 noch einmal als Deponie geöffnet.

Quelle: RP
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