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Wassenberg
"Eat and chill" heißt die neue Attraktion

Wassenberg: "Eat and chill" heißt die neue Attraktion
Teamer um JuZe-Leiter Patrick Geiser (3.v.l.) starten durch. Hier testen sie die neuen ferngesteuerten Autos für die mobile Rennbahn, die bei der Jugendarbeit in den Ortsteilen ab Frühjahr eingesetzt werden soll. FOTO: Jürgen Laaser
Wassenberg. Das Wassenberger Jugendzentrum "JuZe" setzt zunehmend auf Angebote abseits der gängigen Großevents. Ein neues Team um Leiter Patrick Geiser sammelt Ideen. Ausbau der mobilen Arbeit und Einbeziehung von Flüchtlingen. Von Angelika Hahn

Es muss nicht immer das spektakuläre "Event" sein, das Jugendliche ins Wassenberger Jugendzentrum JuZe lockt, viel nachhaltiger sind interne Veränderungen, die die Besucher im Alltag ans Haus binden und für die viel beschworene Kontinuität sorgen. "Damit fahren wir gut, die Besucherzahlen sind gestiegen", sagt Patrick Geiser, der seit nun dreieinhalb Jahren das JuZe leitet. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man bei Großveranstaltungen wie Rockkonzerten - die es natürlich hin wieder weiter geben wird - zwar einmalig viele Besucher zieht, aber die wenigsten davon im Alltag zu Stammbesuchern werden."

Was er mit internen Veränderungen meint, beschreibt er so: "Das Haus ist moderner geworden, wir haben uns auf die Medienwelt der Jugendlichen eingestellt" - mit einem neu eingerichteten Computerraum, gratis WLAN, Handyladestation, digitalen Schlüsseln und eigenem Computerzugang für die Teamer. Jugendliche, die das wollen, können am PC professionell etwa Bewerbungsunterlagen erstellen oder Hausaufgaben erledigen. An Jugendschutzsoftware ist ebenfalls gedacht.

Aber auch das neue, eher leise Kontrastprogramm zur Disco am Freitagabend zieht immer mehr Besucher: Es heißt "Eat and chill". Jeden Samstag ab 15 Uhr wird im JuZe selbst gekocht. "Alles frisch und von Hand", wie Geiser erläutert. Es gibt einen monatlichen Menüplan. "Gerade hatten wir 20 Teilnehmer." Die sollen bald auch aktiv mitkochen, bislang taten dies hauptsächlich die Teamer.

Hier hat sich in jüngster Zeit ein neues, sehr aktives neunköpfiges Team gebildet, auf dessen Fortbildung Geiser in Kreativ- und Pädagogik-Workshops mit externen Dozenten viel Wert legt. Gemeinsam haben die Teamer bereits das sommerliche Zirkusevent vorbereitet. Sie werden auch die im April startende mobile Jugendarbeit mit dem neuen Kleinbus (die RP berichtete) unterstützen.

Vanessa Jansen (19) steht Geiser derzeit als Absolventin eines Freiwilligenjahres zur Seite. Ein Platz für einen Freiwilligendienstler soll übrigens fester Bestandteil der JuZe-Arbeit bleiben, betont Geiser und lädt Interessierte zur Bewerbung ein.

Bei der wöchentlichen Teambesprechung am Dienstag stellten sich Lars Hildebrand (21) und Jens Abels (23) als langjährig mit dem Jugendzentrum verbundene Ehrenamtler vor. "Ich hatte immer Lust anzupacken und mit Leuten ins Gespräch zu kommen", sagt Abels. Fast kommt "Kuschelstimmung" auf, als Vanessa Jansen als "Neue" meint: "Wir sind hier wie eine Familie." Gelächter. Doch Senol Köroglu (16) - der schon als Besucher mit elf Jahren unbedingt Teamer werden wollte, und Dennis Dobbert (18) stimmen zu. Zur Zeit sammelt das Team mit Patrick Geiser fleißig weitere Ideen. Dazu zählt, wie Geiser schon mal verrät, ein theaterpädagogisch begleitetes interaktives Video-Projekt in den Sommerferien: Dabei soll es um den Umgang mit Konflikten gehen. Aggressionsabbau sportlich - so soll es beim Boxtraining unter Anleitung heißen, mit dem Geiser den Sportraum im JuZe-Keller (Boxsack und Handschuhe sind vorhanden) wiederbeleben möchte.

Natürlich bleiben die "Klassiker" wie das "Crazy Race" (Bobbycar-Rennen) am 11. Juni oder der Skateboard-Contest am 4. September im Programm.

Und zum ersten Mal bietet das JuZe im Sommer eine Ferienfreizeit in Wassenbergs Partnerstadt Pontorson an. Daraus könnte sich ein regelmäßiger Jugendaustausch ergeben, hofft Patrick Geiser.

Quelle: RP
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