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Wassenberg
Ein Bauerngarten für alle Sinne

Wassenberg: Ein Bauerngarten für alle Sinne
Viel Arbeit, aber gerade die kreative Arbeit bedeutet für das leidenschaftliche Gärtner-Ehepaar Entspannung: Stefan Marx (l.) erläutert Besuchern die verschieden gestalteten Gartenabschnitte. FOTO: JÜRGEN LAASER
Wassenberg. Die Rosenthaler Straße beherbergt ein verstecktes Paradies. Es duftet, es blüht, es lebt - der Bauerngarten der Familie Marx präsentiert sich als harmonische Komposition aus Kreativität, Floristik und Kunst.  Von Katrin Schelter

Doch die grüne Schönheit ist schon länger kein Geheimtipp mehr - als regelmäßige Gastgeber beim "Tag der offenen Gartenpforte" ließ das Ehepaar vielen Besuchern die Gelegenheit, sich selbst von der außerordentlichen Vielfalt ihres heimischen Idylls zu überzeugen, und auch den Titel "Schönster Garten Wassenbergs" haben die Pflanzen stolz getragen.

Auch gestern zeigte sich den Gästen, dass all das Lob redlich verdient ist - es grünt und blüht im Garten der Familie Marx, und die bestechende Natürlichkeit verleiht dem großen Areal etwas Verwunschenes. Wer sich entlang der schmalen Stein- und Kieswege seinen Weg bahnt, vorbei an Teichen, Bäumen und blühenden Stauden, entdeckt bei jeder gewanderten Runde ein neues Detail, eine Dekoration oder ein Rankgewächs, das zuvor noch nicht ins Auge fiel. Allein über das letzte Jahr hat sich hier eine Menge geändert: Der Gemüsegarten ist größer geworden, die große Thujenhecke im vorderen Bereich wurde durch einen modernen Holzzaun mit kunstvollen Eisenelementen ersetzt, und im Herbst wurden zwei neue Teiche sowie Beete im hinteren Gartenbereich hinzugefügt.

Der Garten, der sich zusammen mit einem gepachteten Nachbargrundstück über 2500 Quadratmeter erstreckt, ist zugleich Ruheort und Nahrungsquelle. Bäume und Sträucher versprechen eine reiche Ernte an Äpfeln, Mirabellen, Walnüssen, Rhabarber und verschiedensten Beeren, und obwohl Susanne Marx den Gemüseanbau dieses Jahr etwas eingeschränkt hat, wachsen Kohlrabi, Kartoffeln und Kürbisse auf dem Feld. An anderer Stelle sind die Gartenskulpturen zwischen Rosen und Blütenmeeren und über 50 Dahliensorten eine wahre Augenweide, und Sitzgelegenheiten laden die Besucher zum Verweilen ein. Doch auch die Tiere fühlen sich hier pudelwohl: Insekten und Singvögel sind ständige Gäste auf dem Grundstück, in der Voliere sind Sittiche und Zwerghühner zu bestaunen. Obendrein zieren den Garten seit mehreren Jahren ein Bienenstock, von einem Imker betreut, und ein Hühnerstall. Ethische Gründe bewogen Susanne Marx zur Haltung eigener Hühner: "Es ist schön, wenn man mit Sicherheit weiß, wo die Eier herkommen", erklärte sie.

Ursprünglich wohnte die Familie in Rheydt, bevor sie 1994 umzog. Der große Garten sei bewusst einer der Hauptgründe für den Umzug gewesen. "Ich wollte eine Menge Fläche, um mich kreativ austoben zu können", erinnerte sich Susanne Marx lachend. Ihr ausgeprägtes Wissen rund um den "grünen Daumen" hat sie sich über die Jahre angelesen und selbst erarbeitet - so fungiert sie auch maßgeblich als "Ideenschmiede" für neue Gartengestaltungen. Über die Jahre wandelte sich der Garten nach und nach von der Spielwiese für die Kinder in die grüne "Wundertüte" mit versteckten Sitzecken und zahlreichen Schätzen. Doch abgesehen von der bewusst zu treffenden Pflanzenauswahl, abhängig von der Lichtsituation, verlangt der Garten regelmäßige und ausgeprägte Pflege. Neben dem Beruf verbringt das Ehepaar im Schnitt mehrere Stunden täglich mit der Gartenarbeit. "Viele fragen schockiert, ob das nicht viel zu viel Arbeit sei, und ob ich überhaupt Zeit zum Entspannen im Garten habe", sagte Marx und fügte hinzu: "Gerade die Arbeit ist für mich das Entspannende, das kreative Gestalten und die ständige Entwicklung".

In einem kleinen Laden neben dem Haus verkauft sie zudem Deko, Gartenartikel wie Saatgut und Jungpflanzen sowie hausgemachte Leckereien wie Marmelade - auch auf Märkten oder auf Anruf.

Quelle: RP
 
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