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Wassenberg
Ein Grenzgänger zwischen Wort und Bild

Wassenberg. Neue Ausstellung in der Wassenberger Galerie Noack eröffnet. Viktor Nono zeigt Bilder und Skulpturen - und liest am 2. Juli. Von Willi Spichartz

Realist oder Abstrakter? An dieser einfachen Frage an den Mehrsparten-Kunstmenschen Viktor Nono entspann sich am Sonntagmorgen in der Wassenberger Galerie Noack eine Grundsatzdiskussion über Inhalte, Sichten, Interpretationen - also Sinn von Bildender Kunst in voller Breite. Galerie-Inhaber Klaus Noack hatte dazu "einen kleinen, aber illustren Kreis" von gut 20 Kunstfreunden begrüßt. Dass es nicht mehr waren, führte Noack auf die durch Bauarbeiten schwierige Verkehrslage in der Stadt und das gleichzeitig stattfindende Mittelalterspektakel zurück.

Gut 80 Werke des Neusser Künstlers Viktor Nono standen unter dem Thema "Neue Arbeiten: Bilder und Skulpturen" im Fokus in der seit einem Jahr in der Innenstadt gegenüber des Alten Rathauses angesiedelten großräumigen Galerie, in der der promovierte Philosoph und Germanist, Schriftsteller, Maler und Bildhauer auch bisher schon vertreten war.

Zur Vernissage gehörte auch das regelmäßig angebotene Art-Forum als Informations- und Diskussionsveranstaltung, das am Sonntag mit Viktor Nono, seiner Buchverlegerin Marion Bergmann aus Wuppertal (Diotima-Verlag) und dem in Wassenberg lebenden ehemaligen Kulturamtsleiter der Stadt Aachen, Herbert Zantis, besetzt war. Die Frage, ob Nono Realist in seiner Bildsprache sei, bezog Klaus Noack aus einem wiederkehrenden Motiv einer Pflanze mit roten Blütendolden in Großformat. Viktor Nono erklärte einerseits, dass eine Definition in dieser Hinsicht ohnehin schwer sei, er für sich andererseits eher den Begriff "ungegenständlich" anwenden wollte.

Die Grundsatzdiskussion mit mehreren Vertretern aus der Besucherschaft kam mit dem Zitat des Kölner Künstlers Gerhard Richter, dem wohl renommiertesten Kunstschaffenden derzeit weltweit, in Gang, der auf die Frage "Was sagen uns Ihre Bilder?" die schlichte Antwort gab "Das weiß ich auch nicht". Noack wiederum zitierte einen anderen Künstler: "Wenn ich ein Bild erklären soll, brauche ich es nicht zu malen."

Viktor Nono erklärte seine zahlreichen Collagen aus Textseiten, auch der Rheinischen Post, mit Übermalungen und Pointierungen aus seiner Herkunft als Philosoph, Germanist und Schriftsteller, der Wort und Bild in Beziehung zueinander setze: "Ein Grenzweg". Den er auslotet mit den verschiedensten Techniken und Materialien in Bild und Skulpturen.

Zu sehen sind Nonos Werke in der Galerie Noack in der Roermonder Straße mittwochs bis freitags von 14 bis 18, samstags von 12 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 2. Juli, findet um 11 Uhr eine Finnissage mit kostenlosem Frühstück und einer Lesung Viktor Nonos aus seinem Erzählband "Von der Vergeblichkeit der Liebesmüh" statt.

Quelle: RP
 
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