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Wassenberg
Eisernes Jubiläum in der Heimatkirche

Wassenberg. Pfarrer Hubert Sieberichs (92) feiert am Sonntag ein außergewöhnliches Priesterjubiläum in der Kirche seiner Heimatgemeinde Birgelen. Vor 65 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Bis ins hohe Alter war er als Seelsorger aktiv. Von Angelika Hahn

Pfarrer Hubert Sieberichs, ein Birgelener, wie er im Buche steht, feiert am Sonntag das außergewöhnliche "Eiserne Priesterjubiläum" in "seiner" Kirche St. Lambertus - dort, wo er vor 92 Jahren getauft wurde, zur Ersten Heiligen Kommunion ging, wo er seine Primiz feierte und bis ins hohe Alter als Pensionär seelsorgerische Aufgaben übernommen hat. Vor 65 Jahren wurde er im Aachener Dom von Bischof Johannes van der Velden zum Priester geweiht.

"Ich kann Ihnen nicht sagen, wie es mich freut, in meiner Heimatkirche das Jubiläum feiern zu können", sagt Sieberichs im Gespräch, und man merkt ihm die Vorfreude auf seinen Ehrentag an. Noch vor wenigen Tagen teilte Sieberichs Krankenkommunion aus. Auch wenn die Augen heute Probleme machen und der Senior merkt, dass es mit der Bewegung nicht mehr so gut geht, ist und bleibt er als Seelsorger ansprechbar, wenn "Not am Mann" ist. Regelmäßige Gottesdienste, die er bis vor Kurzem noch übernahm, leitet er verständlicherweise mittlerweile nicht mehr. Aber an seinem Weihetag, der schon am vergangenen Donnerstag war, stand er doch als Konzelebrant im Gottesdienst gemeinsam mit dem Weihbischof von Münster in der Kevelaer Wallfahrtskirche am Altar. Seine Nichte Kathi Flatten, die den Priester seit 42 Jahren begleitet, hatte den Ausflug zum Fest Mariä Heimsuchung organisiert - zur Freunde des Jubilars. Der auch bei der Festmesse am Sonntag in Birgelen gemeinsam mit Pfarrer Thomas Wieners am Altar sein wird - und sich am Ende bei seinen vielen Unterstützern aus Birgelen bedanken will.

Nach einem bewegten Priesterleben mit Stationen in kleinen und großen Gemeinden in Aachen, Krefeld, der Eifel und zuletzt 20 Jahre in Heinsberg-Aphoven (später kam Laffeld hinzu) kehrte Sieberichs als aktiver Ruheständler in sein Heimatdorf zurück - das ist mittlerweile schon 20 Jahre her. In Birgelen schätzt er die Nachbarschaft und das lebendige Vereinsleben. "Ich bin froh und dankbar, hier eine echte Nachbarschaft zu erleben, Menschen mit offenem Blick für andere."

Der Jubilar wünscht sich sehnlichst, dass Dörfer ihr Eigenleben behalten - und nicht aussterben. Im Falle Birgelens ist er optimistisch. "Vereine und die Bruderschaft sind eine Klammer, die ein Dorf zusammenhalten. Wichtig ist dabei, dass die Einheimischen auf Fremde und Neubürger offen zugehen, sie in die Gemeinschaft einbinden."

Sieberichs ist dankbar: "Der Herrgott hat immer gute Leute an meinen Lebensweg geschickt." Gern erzählt er von solchen Menschen, die ihm Helfer oder Vorbild waren: allen voran der frühere Birgelener Pfarrer Hermann-Josef Zurmahr, dem heute eine Straße im Ort gewidmet ist - Sieberichs setzte sich dafür ein. Aber auch Menschen, die er etwa im Krieg und in russischer Kriegsgefangenschaft kennenlernte, sind ihm im Gedächtnis geblieben: der ungarische Arzt etwa, der ihm mit einer Operation das Leben rettete. Und er lobt die Fürsorge seiner Nichte Kathi Flatten, die vor Jahren nach dem Tod ihrer Mutter, Sieberichs' ältester Schwester Margarete, die Hausgemeinschaft mit dem Jubilar fortführte.

Der Umgang mit Kindern im schulischen Religionsunterricht und die Fürsorge für Kranke hätten ihm immer besonders viel bedeutet, sagt Sieberichs, der die Musik liebt, früher selbst Klavier und Geige spielte und auch mal den Kirchenchor an der Orgel begleitete.

Quelle: RP
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